Vista Nr. 4, Juni-Juli 2010
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Ausflugstipp Bündnerland – das Biker-Paradies Wer im grössten Schweizer Kanton mit dem Velo unterwegs ist, muss nicht nur steile Pässe bezwingen, sondern erlebt auch zügige Abfahrten, durchquert malerische Dörfer und kann sich an lauschigen Bergseen erholen. 615 Seen und 150 Täler prägen den Kanton Graubünden, und seiner abwechslungsreichen und vielfältigen Landschaft ist es zu verdanken, dass dieser Teil der Schweiz die bedeutendste Region für den Tourismus ist. Doch längst sind es nicht mehr nur Wanderer, die sich im Sommer gerne hier aufhalten, auch bei Velofahrern ist das Bündnerland sehr beliebt. Steile Pässe für die ambitionierteren, flachen Wege entlang von Flüssen und Seen für die gemütlicheren Biker oder Familien: Hier findet jeder das passende Terrain. Unzählige ungeteerte Strassen, Wander- und Forstwege eignen sich optimal für kürzere oder längere Touren. Erstellt wurden die Wege zwar für Wanderer, inzwischen haben sich diese aber auch die Biker erobert, und nach anfänglichen Schwierigkeiten kommt man heute gut aneinander vorbei. Beliebte Lenzerheide Eines der grossen Biker-Paradiese in Graubünden ist die Lenzerheide, die auf 1500 Meter über Meer in einem herrlichen Hochtal am Ufer des Heidsees liegt und zusammen mit Valbella das Herzstück der Ferienregion bildet. Hier findet man 305 Kilometer ausgeschilderte Biketouren und über 1000 Kilometer GPS-Touren in die schönsten Winkel der Region. Die Bella-Vista-Tour beispielsweise ist ideal für Familien sowie bei unsicherer Wetterprognose. Sie führt auf mehrheitlich asphaltierten Strassen über Lain, Sporz und die Alp Lavoz durch das gesamte Feriengebiet. Während der Tour bietet sich einem eine wunderbare Aussicht ins Oberhalbstein. Dieses Tal liegt zwischen Tiefencastel und dem Julierpass und wird vom Fluss Julia durchflossen. Am Ende der Tour fährt man ohne Anstrengung in zügiger Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt im Zentrum von Lenzerheide. Wem das allzu gemütlich ist, der sollte die GrischaTrail versuchen. Dies ist eine mehrtätige Rundtour von Lenzerheide nach Arosa, Davos und wieder zurück. Das Gepäck muss nicht mitführt werden, es wird von Unterkunft zu Unterkunft transportiert. Das weiss man zu schätzen, wenn man die 114 Kilometer mit einer Höhendifferenz von 3300 Metern in drei Tagen abstrampelt. Doch das Gefühl, den Gipfel erreicht zu haben, entschädigt für den schweisstreibenden Aufstieg bis auf 2000 Meter. Aber auch die Abfahrt ist nicht ganz einfach. Schmale Wege, Schotterpfade und Wurzeln – das braucht volle Konzentration. Deshalb lohnt es sich, zwischendurch eine Pause einzulegen, um die herrliche Landschaft in vollen Zügen zu geniessen. Und wieder zurück, hat man sich ein kühlendes Bad im Heidsee verdient. Elektrobikes für «Easy Riders» Wer gerne einen gemütlicheren Tag erleben möchte ohne aufs Biken zu verzichten oder noch nicht über die gewünschte Kondition verfügt, kommt mit einem Elektrobike auf seine Kosten. Diese Bikes kann man bei Activ Sport Baselgia mieten. Ihr Vorteil: Ihr Elektromotor verdoppelt die Kraft des Fahrers. Man benötigt also nur halb so viel Kraft, um vorwärtszukommen und kann die schöne Landschaft dennoch ohne störende Motorengeräusche erkunden – die Elektromotoren sind so gut wie lautlos. Für diese Bikes eignen sich neben der erwähnten Bella-Vista-Tour auch die Churer-Joch-Tour und die Taltour Süd. Akku-Ladestationen ermöglichen auch mehrtägige Touren, beispielsweise via Albulapass oder Davos ins Engadin. Satellit weist den Weg Wer über ein Global Positioning System (GPS) verfügt oder sich ein solches mietet, hat es einfach in der Region Lenzerheide. Man sucht sich im Tourismusbüro oder auf dem Internet die passende Tour aus und lädt sie für ein paar Franken auf das GPS-Gerät. Dieses wird am Lenker befestigt, und los geht’s. Über den Satellit zeigt es dem Fahrer Standort und Route an, und dieser braucht nur noch der einprogrammierten Linie nachzufahren. Zudem weiss der Biker dank GPS auch, wie weit er bereits gefahren ist beziehungsweise wie viel Strecke und Höhenmeter noch vor ihm liegen. Doch sollte man sich niemals voll und ganz auf die Technik verlassen. Schlecht ist der Empfang nämlich in Schluchten oder an sehr steilen Hängen sowie im Wald, wenn es regnet. Und nicht zuletzt kann auch mal die Batterie leer sein. Wer also nicht stundenlang durch unbekanntes Gebiet irren will, nimmt vorsichtshalber doch noch eine Karte mit. |








