Die vielseitige Wirkung von Aloe vera

Jeder kennt Aloe vera – die Wüstenpflanze mit ihren fleischig-stachligen Blättern, die so vieles kann: Sie hält jung, gesund und sie heilt. Gerade jetzt im Sommer ist die wirk- und nährstoffreiche Sukkulente eine tolle Wunderwaffe bei Sonnenbrand. Wir zeigen dir, wie und für welche Beschwerden du Aloe vera sonst noch verwenden kannst.

Catherina Bernaschina

Aloe vera

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Aloe vera ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen, die zu den ältesten und bekanntesten Heilpflanzen der Welt zählt. Optisch gleicht die wasserspeichernde Pflanze (Sukkulente) eher einem Kaktus. Sie gehört jedoch wie die Zwiebel zur Familie der Liliengewächse und wird aufgrund ihres Wuchsortes auch Wüstenlilie genannt.

Harte Schale, kostbarer Kern

Die Aloe vera stammt aus den tropischen und subtropischen Wüstenregionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, wo sie wild wächst. Im Laufe jahrtausendlanger Evolution hat sie gelernt, ihr wertvolles Innenleben vor Hitze und Dürre zu schützen. Ihre Blätter sind zäh, dornig und von einer Wachsschicht überzogen. Die robuste Pflanze kann über Monate ohne Regen klarkommen. Dies schafft sie, weil ihre fleischigen Blätter eine gelartige innere Struktur besitzen, was ihr das Speichern von viel Wasser ermöglicht. Von diesen Feuchtigkeitsreserven kann die Aloe vera – die zu 99 Prozent aus Wasser besteht – in den Dürreperioden zehren, um sich vor dem Austrocknen zu schützen.  Das klare Gel im Blattinneren hat aber noch eine weitere wichtige Funktion: Es unterstützt die Pflanze bei der Selbstheilung, indem es Schnitte und andere Verletzungen verschliesst.

Aloe-vera-Saft

Die Heilpflanze ist ein Multitalent, wobei aus ihren Blättern zwei kostbare Inhaltsstoffe gewonnen werden: einerseits ein dickflüssiger Saft, der sich unter der grünen Blattrinde befindet, andererseits das feuchtigkeitshaltige Gel im fleischigen Inneren. Der Aloe-vera-Saft ist u.a. reich an Vitamin A, Enzymen, Aminosäuren und Mineralstoffen, die das Immunsystem stärken. Er besitzt zudem eine entschlackende Wirkung und hilft zugleich bei Magen-Darm-Beschwerden bzw. Verdauungsstörungen. Durch die regelmässige Einnahme von Aloe-vera-Saft kannst du deinen Körper dabei unterstützen, angesammelte Schad- und Giftstoffe aus dem Verdauungssystem zu schwemmen. Dies verbessert die Nährstoffaufnahme. Wenn du den Saft einnehmen möchtest, solltest du niemals den puren, bitteren Saft der eigenen Aloe vera Pflanze trinken, sondern nur professionell aufbereitete Getränke aus dem Handel verwenden. Empfehlenswert ist eine tägliche Einnahme von etwa drei bis fünf Esslöffeln. Du kannst dieselbe Dosis auch mit Fruchtsäften mischen, wenn dir der herbe Geschmack des Getränks nicht zusagt.

Aloe-vera-Gel

Das Blattmark (Gel) der Aloe vera wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und besitzt rund 200 Wirkstoffe. Darunter befinden sich wie im Saft jede Menge Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und Enzyme aber auch ätherische Öle sowie die schmerzlindernde Salizylsäure. Du kannst das in Apotheken erhältliche Gel zur Wundbehandlung, bei Hautkrankheiten, Insektenstichen oder bei Gelenkschmerzen anwenden, indem du es auf die betroffenen Stellen aufträgst. Das schnell einziehende Gel besitzt eine beruhigende, kühlende, regenerierende und entzündungshemmende Wirkung, weshalb es auch ideal bei Sonnenbränden ist. Durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt und die hohe Konzentration an Vitamin A, C und E wirkt es zudem zellschützend. Dass die Heilpflanze auch schön und jung hält, wusste bereits Kleopatra, die ihre Haut mit dem Gel pflegte. Die feuchtigkeitsspendende Wirkung und die vielen enthaltenen Nährstoffen machen Aloe vera noch heute zu einem gefragten Inhaltsstoff der Kosmetik. Aloe-vera-Gel hilft aber nicht nur gegen Sonnenbrand, Hautirritationen und Hautalterung. Es empfiehlt sich auch als Pflegemittel bei Akne und Ekzemen, Brand- und Schürfwunden sowie Psoriasis.

Aloe vera

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Verbraucher-Tipp

Die Wunderpflanze hat viele Anhänger. Das Produkteangebot auf dem Markt ist entsprechend gross. Die Palette reicht von Säften und Trinkgelen über Kautabletten und Aloe vera Gesichtscremes bis zum Gel. Doch wo Aloe vera drauf steht, steckt nicht immer viel davon drin. Damit du auch tatsächlich zu wirksamen, hochwertigen Aloe vera Produkten kommst, solltest du dich an eine Drogerie oder Apotheke wenden.

Do-it-yourself-Gel

Hast du eine Aloe vera Pflanze zuhause? Dann mach es wie früher und gewinn das Gel doch mal im Selbstverfahren:

  • Trenne mit einem glatten Messer eines der äusseren Blätter möglichst nah von der Pflanze ab und lass den austretenden Saft in einem Glas ca. 1 Stunde abtropfen
  • Schneide danach die Schnittstelle ab und reinige sie kurz mit einem Glas Hahnenwasser. Sie enthält das Harz mit dem reizenden Wirkstoff Aloin
  • Schäle nun dein Aloe vera Stück. Schneide die Rinde grosszügig ab, damit kein Aloin am Gel haften bleibt. Sobald du das glibberige Gel freigelegt hast, ist es einsatzbereit: Du kannst es auf die Haut auftragen, bei leichten Zahnfleischentzündungen auf das Zahnfleisch reiben oder in kleinen Stückchen unter Smoothies rühren.