Ein Griff ins Bio-Regal kann sich lohnen

Nahrungsmittel mit Bio-Label haben bekanntlich ihren Preis. Doch bei einigen Lebensmitteln ist es sehr empfehlenswert, sie «bio» zu kaufen. Denn ihre konventionellen Alternativen haben ein erhöhtes Schadstoffrisiko. Wir verraten dir, bei welchen Produkten es sich lohnt, auf das Bio-Label zu achten.

Catherina Bernaschina

Die Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft zeigen: Herr und Frau Schweizer achten beim Einkaufen vermehrt auf Bio-Produkte*. Dies unter anderem, weil biologische Lebensmittel in der Regel keine Schadstoffe enthalten, die Umwelt schonen und im Vergleich zu ihren herkömmlichen Pendants ökologischer sind. Aber für Bio-Gemüse, -Obst, -Fleisch und -Milch müssen wir meist auch tiefer in die Tasche greifen. Bei welchen Lebensmitteln es sich wirklich bezahlt macht, auf Bio-Produkte zu setzen, erfährst du in der folgenden Übersicht:

Äpfel

Die knackige Kernfrucht gilt als sehr gesund. Allerdings finden sich auf der Schale von herkömmlichen Äpfeln oft Pestizide. Bei etwa vier Prozent der in Europa zugelassenen Pestizide besteht der Verdacht, dass sie krebserregend, nervenschädigend und hormonell wirksam sind. Natürlich kannst du konventionelle Äpfel waschen oder schälen. Ein kleines Restübertragungsrisiko bleibt jedoch vorhanden. Durch das Schälen gehen zudem wertvolle Vitamine und Ballaststoffe verloren. Um auf Nummer sicher zu gehen, greifst du daher lieber zu Bio-Äpfeln. Bio schützt aber nicht vor anderen Verunreinigungen. Daher solltest du Bio-Äpfel wie auch alle anderen ungeschälten Bio-Gemüse und Obstsorten immer gründlich abwaschen.

Spinat

Die Blätter des Spinats saugen Giftstoffe wie ein Schwamm auf. Eine Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston kam zum Schluss, dass auf Spinat gefundene Pestizidrückstände u.a. bei Männern die Qualität des Spermas beeinträchtigen. Da Vorsicht bekanntlich besser ist als Nachsicht, raten wir dir auch beim Spinat, auf die Bio-Version zu setzen.

Zitronen

Beim Kochen und Backen solltest du auf alle Fälle Bio-Zitronen verwenden. Vor allem, wenn du von der Zitronenschale Gebrauch machst, wie zum Beispiel beim «Mailänderli-Teig». Denn die Schalen herkömmlicher Zitronen weisen nicht nur oftmals Rückstände von Pestiziden auf. Meist werden sie auch zu Konservierungszwecken mit tierischen oder pflanzlichen Wachsen behandelt.

Trauben

Bei Trauben ist die Verlockung gross, sie schnell einmal ungewaschen in den Mund zu stecken. Viele Trauben sind jedoch mit Pestiziden kontaminiert – etwa 70 Prozent weltweit. Da das Abwaschen der Trauben eine relativ mühselige Angelegenheit ist und sie einzeln zu schälen erst gar nicht geht, kaufst du am besten gleich Bio-Trauben. Wenn du es ganz genau nimmst, ziehst du zudem Bio-Wein und Bio-Traubensaft herkömmlichen Produkten vor.

Tomaten

Auch viele Tomaten sind stark mit Pestiziden belastet. Kaufe das beliebte Gemüse daher vorsorglich lieber immer in Bioqualität. Studien haben zudem gezeigt, dass Bio-Tomaten mehr Vitamin C enthalten als ihre konventionellen Artgenossen.

Kartoffeln

Auch die Kartoffel gehört zu den Pflanzen mit hoher Pestizidbelastung. Denn die Knolle absorbiert unter der Erde besonders viele Pestizide, aber auch Fungizide, die zur Bekämpfung von Pilzen eingesetzt werden. Wenn du wieder einmal Lust auf Bratkartoffeln, Kartoffelstock oder beispielsweise selbstgemachte Pommes Frites hast, setzt du also lieber auf Bio-Kartoffeln. Sie sind gesünder und lassen sich auch mit der Schale verspeisen.

Nicht-saisonales Obst und Gemüse

Obst- und Gemüsesorten «off season», die du ebenfalls in Bioqualität kaufen solltest, sind:

  • Erdbeeren
  • Blaubeeren
  • Johannisbeeren
  • Pfirsich/Nektarinen
  • Kirschen
  • Zwetschgen/Pflaumen
  • Peperoni
  • Grünbohnen
  • Gurken

Als Orientierungshilfe: Blatt- und Fruchtgemüse weist tendenziell mehr Rückstände auf als Wurzel- und Stängelgemüse. Auch importierte Früchte wie beispielsweise Mandarinen weisen nicht selten hohe Pestizidbelastungen auf. Schau deshalb auch bei Importprodukten, ob du sie allenfalls durch eine Bio-Alternative ersetzen kannst.

Fleisch, Eier und Milchprodukte

Auch bei Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten lohnt es sich, auf das Bio-Label zu achten. Tierische Erzeugnisse in Bioqualität stammen aus artgerechter Tierhaltung und sind in der Regel nicht mit Antibiotika, Futtermittelzusätzen oder Wachstumshormonen kontaminiert. Nicht nur für Bio-Fleisch, auch für Bio-Milchprodukte gelten strenge Richtlinien in der Schweiz. So erhalten «Bio-Wiederkäuer» wie Kühe, Schafe und Ziegen besonders viel Raufutter, verbringen viel Zeit im Freien und erhalten nur im äussersten Notfall Antibiotika.

Denk daran: Es muss nicht immer alles «bio» sein. Deiner Gesundheit ist bereits sehr geholfen, wenn du die schadstoffhaltigsten Produkte durch ihre Bio-Alternativen ersetzt.

*Bundesamt für Landwirtschaft