Diese Lebensmittel verursachen Blähungen

Kennst du das? Du verzehrst genüsslich etwas Leckeres und ein paar Stunden später bläht sich dein Bauch auf. Blähungen können mitunter sehr schmerzhaft sein. Ganz zu schweigen von den übelriechenden Nebeneffekten. Welche Lebensmittel weshalb Blähungen verursachen, erfährst du hier.

Catherina Bernaschina

Blähungen

«Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen»: Nicht nur Bohnen, auch viele andere Lebensmittel bewirken, dass sich in unseren Darm viel Gas ansammelt. Die Blähungen – auch Flatulenz genannt – werden dabei nicht selten von Krämpfen, Druck- und Stechgefühlen im Darmbereich begleitet, bis sich unser Körper durch «Luftablassen» erleichtert. Komplett auf die blähenden Lebensmittel zu verzichten, wäre falsch. Denn viele der «Übeltäter» sind im Grunde genommen sogar gesund. Wichtig ist es zu wissen, welche Speisen weshalb bei einem selbst zu Blähungen führen. Nur so ist es möglich, einen bewussteren und korrekten Umgang mit ihnen zu pflegen. Unten stehend findest du eine Auflistung von Speisen und Getränken, die bekannt dafür sind, Blähungen zu verursachen:

Gemüse und Obst

  • Wer gerne Kohl isst oder den Film «Louis und seine ausserirdischen Kohlköpfe» gesehen hat, weiss nur zu gut, dass uns Kohl zum Furzen bringt. Ein Grossteil der Kohlsorten enthält nämlich schwerverdauliche Faserstoffe, die im Darm zur Gasansammlung führen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Kohl äusserst lecker und gesund ist.
  • Zwiebeln und Knoblauch: Durch den Abbau des in Zwiebeln enthaltenen Zuckers bilden sich ebenfalls vermehrt Gase. Beim Knoblauch sind es hingegen die scharfen Öle, die zu Blähungen führen.
  • Unreifes und getrocknetes Obst sowie frische Bananen, Beeren, Kirschen, Aprikosen und Feigen blähen ebenfalls. Ist das Obst noch nicht reif genug, überfordert es unsere Verdauung. Dörrobst hingegen enthält grosse Mengen Ballaststoffe, die unsere Darmbakterien Gase erzeugen lassen.

Hülsen- und Schliessfrüchte

  • Dass Bohnen, Erbsen, Linsen und Co. blähen, wissen die meisten. Die Hülsenfrüchte sind zwar reich an gesunden Inhaltsstoffen. Sie enthalten jedoch auch komplexe Kohlenhydratstrukturen, die unser Körper nicht aufspalten kann. Diese Kohlenhydrate landen dann unverdaut im Dickdarm, wo sie durch das Zusammenwirken mit den Darmbakterien übelriechende Gase produzieren. Unser Tipp: Lege die Hülsenfrüchte mehrere Stunden ein und koche sie ganz weich. So bläht sich dein Magen nach ihrem Verzehr weniger.
  • Auch der häufige Verzehr von fettreichen Nüssen kann für die unbeliebten Gase im Darm verantwortlich sein. Ganz auf Nüsse verzichten solltest du jedoch nicht, sofern du nicht an einer Nussallergie leidest. Denn Nüsse enthalten viele wertvolle Nährstoffe.

 Fetthaltige Lebensmittel

  • Bei der Verdauung von fettigen Milchprodukten bilden unsere Darmbakterien Gase. Zu den blähenden Milchprodukten gehören Käsesorten mit einem Fettanteil von über 45 Prozent (z. B. Schimmelkäse) sowie Camembert und Vollmilch. Vorsicht: Wenn du nach dem Genuss von Milch oder anderen Milchprodukten häufig unter Blähungen leidest, solltest du beim Arzt abklären lassen, ob du eventuell eine Lactoseintoleranz.
  • Fettreiche Fleischgerichte wie Braten, fette Wurstwaren, Schweinshaxen, Speck, Geflügelhaut, fettiges Hackfleisch, Hamburger und generell Fast Food sind ebenfalls häufig Verursacher von Blähungen. Denn auch bei der Verdauung von fettem Fleisch entstehen Gase im Darm.

Getreide und Gebäck

  • Vollkornprodukte wie Vollkornbrot sind zwar gesund. Doch nicht jeder verträgt die vielen darin enthaltenen Ballaststoffe. Bei manchen Menschen bläht sich der Bauch deshalb kräftig auf nach dem Verzehr solcher Lebensmittel.
  • Frisches Hefegebäck sowie ofenfrisches Brot verursachen oft Blähungen. Da die Zellteilung der Hefe (kleine einzellige Pilze) noch im Gange ist, bilden sich bei der Verdauung dieser Speisen Gase.
  • Das beliebte Frühstücksmüesli ist ein weiteres ballaststoffreiches Produkt, das für die übermässige Gasbildung im Darm verantwortlich sein kann. Unser Tipp: Bereite dein Müesli selbst zu. Denn Fertigmüeslis enthalten relativ viel Zucker.

Süssungsmittel

  • Zucker und besonders zuckerhaltige Speisen sind häufige Auslöser für Blähungen. Dies schliesst übrigens auch den Fruchtzucker mit ein.
  • Auch die Zuckeralternative Sorbit verursacht übelriechende Gase. In fast allen Kaugummis und Lutschbonbons ist dieser Zuckeraustauschstoff enthalten. Aber auch in anderen Lebensmitteln wird der aus Glucose hergestellte Süssstoff munter eingesetzt. Sorbit kann bei übermässigem Verzehr (mehr als 50 g/Tag) nicht nur zu Blähungen, sondern auch zu Durchfall und Bauchschmerzen führen.

Gewürze

  • Scharfes Gewürz wie etwa Chili verleiht deinem Essen einen orientalischen Touch. Es führt aber auch oft zum Blähbauch. Gewürze, die hingegen vor Blähungen schützen, sind beispielsweise Kreuzkümmel (Cumin), Koriander, Ingwer und Fenchelsamen.

Blähende Getränke

  • Zu den Getränken, die blähend wirken können, zählen kohlensäurehaltige und alkoholhaltige Getränke, Fruchtsäfte sowie Kaffee und schwarzer Tee.

Ein weiterer Auslöser von Blähungen kann hektisches Essen sein. Durch die falsche Nahrungsaufnahme verschlucken wir zu viel Luft, wodurch sich der Bauch wölbt. Durch unzureichendes Kauen landet das Essen zudem schlechter vorverdaut im Magen. Stress und blähende Lebensmittel können das Problem zusätzlich verschärfen. Deshalb solltest du grundsätzlich auf eine ausgewogene Ernährung in entspannter Atmosphäre achten. Sollten die Blähungen trotz Umstellung deiner Ernährungsgewohnheiten anhalten, sind auf jeden Fall weitere Abklärungen beim Arzt angebracht. Denn gerade Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten haben oft mit Blähungen zu kämpfen.