Was bei Dehnungsstreifen hilft

Mit den steigenden Temperaturen zeigen wir unweigerlich auch wieder mehr Haut. Dehnungsstreifen an Oberschenkeln, Bauch und Po können richtige Spielverderber sein, wenn Sonne und Wasser locken. Wer sich von den unästhetischen Linien die Schönwetterlaune nicht verderben lassen will, kann mit ein paar gezielten Massnahmen so einiges dagegen tun.

Catherina Bernaschina

Dehnungsstreifen

Kakaobutter eignet sich besonders gut bei Dehnungsstreifen, denn es erhöht die Widerstandsfähigkeit und Spannkraft der Haut. © belchonock, de.123rf.com

Dehnungsstreifen: Schwangere und Teenager fürchten sie besonders. Gerade Frauen sind wegen ihrer körperlichen und hormonellen Konstitution häufiger davon betroffen als Männer. Doch die unschönen Hautnarben können bei jedem auftreten. Dehnungs- bzw. Schwangerschaftsstreifen sind das Ergebnis von eingerissenem Bindegewebe der unteren Hautschicht. Die Streifen treten hervor, wenn die Haut überdehnt wird wie etwa durch drastische Gewichtsveränderungen. Eine Rolle spielen auch die Gene. Ebenso können eine Hormonumstellung, starker Muskelaufbau sowie Nährstoffmangel die irreparable Schädigung der Haut begünstigen.

Typisches Erscheinungsbild

Dehnungsstreifen entstehen typischerweise an Oberschenkeln, Bauch, Hüften, Gesäss und auf den Brüsten – manchmal auch an den Oberarmen. Während die Ursachen unterschiedlicher Natur sind, ist das Erscheinungsbild immer dasselbe: Anfangs zeigen sich etwas erhabene, bläulich-rosafarbige parallele Streifen, die sich mit der Zeit ausdehnen, abflachen und verblassen. Die narbenähnlichen, faltigen Linien verlaufen in Spannrichtung der Haut und sind für gewöhnlich mehrere Zentimeter lang und bis zu einem Zentimeter breit.

Überdehnung vermeiden

Du gehörst zu den wenigen Glücklichen, die bisher von Dehnungstreifen verschont geblieben sind? Dann fragst du dich vielleicht, wie du dir diese auch künftig vom Leib halten kannst. Achte auf eine gesunde Ernährung und vermeide starke Gewichtsschwankungen sowie Überspannungen durch Kraftsport. Durch regelmässiges Einreiben von speziellen Cremes und Ölen kannst du dein Bindegewebe geschmeidig halten und es auf starke Gewebeveränderungen (z.B. während einer Schwangerschaft) vorbereiten. Ein preiswertes und reichhaltiges Produkt, das die Spannkraft und Widerstandsfähigkeit der Haut erhöht, ist beispielsweise Kakaobutter.

Zupfmassagen

Auch wer bereits unter Dehnungsstreifen leidet und deren Ausbreiten verhindern möchte, tut gut daran, das Bindegewebe zu stärken. Eine Methode, die du auch zwischendurch zuhause anwenden kannst, ist die Zupfmassage. Durch das Zupfen der betroffenen Hautstellen wird dein Bindegewebe elastischer und reisst weniger. Zupfmassagen an Bauch, Brüsten, Hüfte und Po sind besonders während der Schwangerschaft empfehlenswert, da der Körper an diesen heiklen Stellen überdurchschnittlich viel Volumen in kurzer Zeit zulegt. Damit sich das Zupfen etwas angenehmer anfühlt, kannst du bei der Massage ein Dehnungsstreifen-Öl auftragen.

Öle und Kompressen

Für das Massage-Öl musst du nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Bewährte Hausmittel gegen Dehnungsstreifen sind kaltgepresstes Olivenöl, Mandelöl und Rizinusöl. Einfach das Öl etwas aufwärmen und täglich auf die betroffenen Stellen einmassieren. Eine Alternative sind mit Frauenmantel-Sud getränkte Kompressen. Übergiesse dazu eine Handvoll des Heilkrauts in einer Schüssel mit kochendem Wasser und lass den Sud ca. 15 Minuten ziehen. Danach tränkst du weiche Stofftücher aus Baumwolle mit dem warmen Aufguss und legst die Kompressen auf deine Problemzonen. Mit etwas Geduld und Ausdauer wirst du auch mit diesen Hausmitteln durchaus kleine Erfolge erzielen können.

Kalt-warm-Duschen

Ein einfacher Trick, um das Bindegewebe zu festigen, sind Wechselduschen. Was du dafür brauchst, ist ein bisschen Überwindung. Denn das mehrmalige Wechseln zwischen kaltem und warmem Wasser erfordert vor allem in den Kaltphasen Standhaftigkeit. Doch es lohnt sich: Mit dieser Methode erhöhst du die Durchblutung deiner Haut und hilfst deinem Bindegewebe, seine Elastizität zu steigern.

Dehnungsstreifen kaschieren

Dehnungsstreifen lassen sich auch kaschieren. Um das vernarbte Gewebe temporär verschwinden zu lassen, kannst du zum Beispiel auf eine getönte Body Lotion zurückgreifen. Bei extremen Dehnungsnarben lautet das Zauberwort «Camouflage». Dieses spezielle Make-up mit hohem Pigmentanteil ist nicht nur stark deckend sondern auch hitzebeständig und wasserfest. Die kaschierende Schminke deckt allerlei Hautprobleme – von Dehnungsstreifen über Krampfadern bis zu Feuermalen – zuverlässig ab.

Vorsicht vor Sonnenbräune

Da es sich bei Dehnungsstreifen um Narbengewebe handelt, das keine Pigmentzellen produziert, bleiben sie beim Sonnenbaden im Unterschied zur übrigen Haut hell. Infolgedessen fallen die lästigen Risse gerade bei gebräunter Haut besonders auf. Ein Selbstbräuner kann diesen unschönen Kontrast etwas abschwächen. Das kosmetische Produkt enthält den Wirkstoff DHA, der die oberste Hautschicht mitsamt Dehnungsnarben künstlich bräunt bzw. chemisch färbt. Für einen anhaltenden Effekt musst du den Selbstbräuner jedoch alle drei bis vier Tage neu auftragen.

Dehnungsstreifen entfernen 

Dehnungsstreifen sind zum Glück ein rein kosmetisches Problem. Dennoch leiden Betroffene manchmal so stark unter dieser irreversiblen Hautveränderung, dass sie sich im Alltag nicht mehr wohlfühlen. Wo ein gesundes Selbstbewusstsein nicht mehr ausreicht, können Lasertherapie, Vakuum- oder Ultraschallmassagen, chemische Peelings etc. weiterhelfen. Die Dehnungsstreifen werden zwar niemals komplett verschwinden, ihr Erscheinungsbild lässt sich mit den modernen Methoden jedoch sichtlich verbessern.