Eisenmangel?

Eisen hat viele Aufgaben im menschlichen Körper. So zeigt sich ein Eisenmangel in unterschiedlichen Symptomen. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Restless Legs sind nur einige von vielen.

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Von allen Spurenelementen kommt Eisen mit 4-5 g am häufigsten im menschlichen Körper vor. Es sorgt hauptsächlich dafür, dass unser System über das Blut mit Sauerstoff versorgt wird. Ausserdem benötigen wir das Eisen auch zur Gewinnung von Energie. Ebenso spielt Eisen eine wichtige Rolle bei der Regeneration unseres Bewegungsapparats und Gewebes sowie zur Entgiftung. Selbst bei der Erzeugung von Botenstoffen ist Eisen in unserem Körper relevant.

Nahrung versorgt Körper mit Eisen

Um all diese Aufgaben zu gewährleisten, müssen wir durch die Nahrung genügend Eisen zu uns nehmen. Vor allem rotes Fleisch, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte, Kerne, Keime und manche Nüsse wie etwa Mandeln, Ingwer und Petersilie enthalten viel Eisen. Nimmt man zugleich Vitamin C zu sich, gelangt das Spurenelement schneller in den Körper. Im Darm wird es dann aufgenommen. Von dort gelangt der grössere Teil direkt ins Blut, etwas weniger wird in Leber und Milz gespeichert. Bei Bedarf wird das sogenannte Speichereisen freigesetzt.

Folgen von Eisenmangel

Den höchsten Bedarf an Eisen haben Schwangere, Frauen im gebärfähigen Alter sowie Kinder. Sie sind auch am häufigsten von der sogenannten Eisenmangelanämie betroffen: Hat der Körper nicht genügend Eisen, kann das Blut weniger Sauerstoff transportieren. Als Folge können Müdigkeit, Leistungsabfall, Schwindelgefühl, Restless Legs und andere Symptome auftreten. Laut neueren wissenschaftlichen Studien hängt Eisenmangel zudem mit einem erhöhten Risiko für Entzündungen zusammen. Bei Kindern können zudem Verzögerungen des Wachstums auftreten. Auch ihre geistige Entwicklung kann darunter leiden.

Eisenmangelanämie: Globales Problem

«Die Eisenmangelanämie ist ein riesiges globales Problem. Weltweit sind über zwei Milliarden Menschen betroffen. Dies akzentuiert sich sehr stark in der Dritten Welt», sagte PD Dr. Georg Stüssi an der Iron Academy 2017: In der Dritten Welt leiden etwa 50% bis 70% der Menschen an den Folgen von zu wenig Eisen. In Industrieländern erkranken gerade einmal 5% bis 15% daran. «Die Erkrankung sehr krank machen und lange Zeit anhalten», fuhr Georg Stüssi fort. Gerade in Industrienationen beeinflusst eine solche Anämie die Lebensqualität stark.

Häufige Ursache Blutverlust

In den Entwicklungsländern verursachen v.a. die Mangel- bzw. Unterernährung, Parasiten und Krankheiten wie etwa Hakenwurm, Schistosomie, Schigellen, Hämolyse (v.a. bei Malaria) einen Eisenmangel. In Europa kann beispielsweise ein chronischer Blutverlust die Ursache für einen Mangel an Eisen sein – etwa durch Menstruationsblutungen. Gerade bei älteren Menschen kann ein  Mangel auch als Folge einer Mangelernährung auftreten. Ausserdem haben gerade Schwangere oder Ausdauersportler einen erhöhten Bedarf an Eisen. Ihnen mangelt es deshalb schneller an Eisen. Auch im Rahmen einer Herz- oder Nierenschwäche sowie schweren Krankheiten wie Krebs kann ein Eisenmangel auftreten.

Zu wenig Eisen. Was tun?

«Ein Eisenmangel sollte möglichst frühzeitig durch eine Fachperson abgeklärt und behandelt werden.», so Georg Stüssi. Leidet man unter einem leichten Eisenmangel, kann es helfen, die Ernährung anzupassen oder umzustellen. Meist fällt ein Eisenmangel aber erst später auf. So reicht eine Umstellung der Ernährung häufig nicht mehr aus. In diesem Fall können Eisenpräparate in Form von Tabletten oder Säften gegen den Mangel wirken. Diese erhält man in der Drogerie oder Apotheke. Sind die Eisenspeicher leer oder helfen Eisenpräparate nicht, kann eine Eiseninfusion angezeigt sein. Diese wird von einer Fachperson verabreicht.

Allerdings gehen die Meinungen von Fachpersonen bei der Therapie von Eisenmangel auseinander. Zudem herrscht bei den Ärzten Uneinigkeit darüber, wann genau welche Therapie angezeigt ist. Denn in der Schweiz existieren keine verbindlichen Richtlinien für die Gabe von Eisen. Ebenso zeigen sich manche Krankenkassen sehr zurückhaltend, die Kosten für Infusionen zu übernehmen.