Gersten- und Weizengras: gesunde Supergräser

Gerstengras und Weizengras gelten als Immun-Booster, Verdauungsförderer und Detox-Mittel. Kein Wunder, werden sie als Superfood angepriesen. Wir verraten dir, welche Nährstoffe in den grünen Powerhalmen stecken, wie du sie nutzen kannst, aber auch, wie effektiv sie wirklich sind.

Catherina Bernaschina

Weizengras Gerstengras

© shutterstock.com, MaraZe

Weizengras und Gerstengras gehören zu den sogenannten Superfoods. Den Süssgräsern werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile nachgesagt. Hollywood-Promis und Spitzensportler schwören auf die Wirkung von Weizen- und Gerstengras. Auch der ernährungsbewusste Durchschnittsbürger scheint sich zunehmend für die Gesundheitseffekte der beiden Gräser zu interessieren. So sollen die grünen Halme unter anderem das Immunsystem stärken, die Verdauung regulieren und den Körper entgiften.

Nährstoffreiche Jungpflanzen

Weizengras und Gerstengras sind altbekannte Pflanzen aus unserer Natur. Im Frühling kann man sie zuhauf auf den Äckern spriessen sehen. In den jungen Trieben der Pflanzen steckt die ganze Power. Die Keimlinge sind im Vergleich zu den ausgereiften Pflanzen besonders nährstoffreich. Sowohl Weizen- als auch Gerstengras enthalten bemerkenswerte Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und Chlorophyll. Die wertvollen Inhaltstoffe haben folgende Effekte auf unsere Gesundheit:

  • Vitamine und Mineralstoffe: Sie sind unverzichtbar für unseren Körper und müssen ihm mit der Nahrung zugeführt werden. Als Bausteine des Lebens sind Vitamine und Mineralstoffe für den Stoffwechsel enorm wichtig. Sie stärken unter anderem das Immunsystem und fördern die Zellproduktion.
  • Chlorophyll: Diese pflanzliche Substanz verleiht den Gräsern nicht nur ihre grüne Farbe. Das Blattgrün besitzt auch eine entgiftende und immunstärkende Wirkung und unterstützt eine gesunde Blutproduktion. Der hohe Chlorophyllgehalt von Weizen- und Gerstengras sorgt zudem für eine antioxidative, also zellschützende Wirkung. Der Körper ist besser gewappnet, um Krankheiten und Infektionen zu bekämpfen.*
  • Verdauungsenzyme: Die in den beiden Gräsern enthaltenen Verdauungsenzyme fördern eine gesunde Verdauung. Die Substanzen tragen dazu bei, giftige und unverdauliche Stoffe im Darm zu verringern. Laut japanischen Wissenschaftlern aktiviert Gerstenextrakt zudem die Darmflora und reduziert einen Stoff, der Entzündungen im Darm hervorruft.**

Wer zieht den kürzeren Halm?

Weizengras liefert vergleichsweise viele Vitamine (A, C, D3, E, B1, B2, B6, B12), reichlich Folsäure und besitzt einen hohen Proteingehalt (20 Prozent). Wenn du einen Vitamin-Boost brauchst, ist Weizengras bestimmt eine gute Wahl. Gerstengras bleibt jedoch hinsichtlich seiner Vitalstoffdichte unübertroffen. Es enthält beispielsweise doppelt so viel Kalium und Kalzium wie Weizengras. Darüber hinaus soll Gerstengras bei regelmässiger Einnahme den Blutzuckerspiegel regulieren und den Cholesterinspiegel senken. Auch bei der Wirkung auf den Gemütszustand unterscheiden sich die beiden Pflanzen: Während Weizengras belebend wirkt, soll Gerstengras einen gesunden Schlaf fördern.

Saft oder Pulver

Die faserigen Gräser pur zu verzehren, ist wenig bekömmlich. Wenn schon pur, dann geniesse Weizen- und Gerstengras als frischgepresste Säfte. Da der Saft der Gräser jedoch leicht verderblich ist, finden sich die Pflanzen eher selten als reinen Saft im Handel. Du musst also schon selbst Hand anlegen. Oder du greifst zur getrockneten und gemahlenen oder gepressten Alternative. Weizengras und Gerstengras gibt es in Tabletten-, Kapsel- und Pulverform. Das grüne Graspulver ist sehr beliebt, da es sich leicht in Wasser und Fruchtsäfte einrühren oder unter Smoothies mischen lässt. Das macht die stark basischen Gräser übrigens auch zur idealen Zutat für Entsäuerungs- und Entgiftungskuren. Der Negativpunkt: Durch die Verarbeitung zum Pulver gehen wertvolle Inhaltstoffe und Ballaststoffe verloren.

So kommst du zu den Gräsern

Weizen- und Gerstengrasprodukte sind in Drogerien, Apotheken und Reformhäusern erhältlich. Du erhältst sie zum Beispiel bei Alnatura oder Müller Reformhaus. Da die Produkte nicht ganz günstig sind, kannst du sie auch daheim auf deiner Fensterbank anpflanzen. Wichtig ist, dass du die Keimlinge rechtzeitig erntest, wenn sie noch keine Ähren ausgebildet haben. Dann sind sie nicht nur am nährstoffreichsten, sondern auch gluten- und schadstofffrei.

Fazit

Dass beide Gräser eine hohe Nährstoffdichte haben, ist unbestritten. Ihre medizinische Wirkung ist derzeit jedoch noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Weizengras und Gerstengras können Obst und Gemüse nicht ersetzen. Dennoch: Wenn du deinem Speiseplan mit den grünen Halmen ergänzen willst, spricht nichts dagegen. Im schlechtesten Fall versorgen sie dich mit einer Extraportion Vitaminen und Mineralstoffen.