Haut schonen durch gezielte Ernährung

Es gibt Lebensmittel, auf die unsere Haut sensibel reagiert. Andere hingegen tun ihr gut und schonen sie. Gerade bei Neurodermitis oder bei Schuppenflechte kann eine gezielte Ernährung viel bewirken. Erfahre von uns, welche Lebensmittel deine Haut auf welche Weise beeinflussen.

Catherina Bernaschina

Hautkrankheiten

Die Haut ist unser grösstes und zugleich sichtbarstes Organ. Würde man die Haut eines erwachsenen Menschen von mittlerer Körpergrösse ausbreiten, käme man auf eine Fläche von beachtlichen 1,6 Quadratmetern bei einem Gewicht von ca. 13 Kilogramm. Nicht nur die Grösse und das Gewicht der Haut sind bemerkenswert. Auch ihre vielfältigen Funktionen beeindrucken: Die Haut dient als Schutzhülle unseres Körpers, sie bewahrt ihn vor dem Austrocknen, lässt ihn die Umwelt ertasten und spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Körpertemperatur. Geht es ihr nicht gut, sieht man es ihr relativ schnell an. Auch zeigt uns die Haut deutlich, welche Lebensmittel ihr gefallen und welche nicht.

Ungünstige Lebensmittel bei Hautkrankheiten

Leidest du an leicht entzündlicher Haut, gibt es ein paar Lebensmittel, auf die du zeitweise verzichten solltest. Gerade bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte) ist es ratsam, für eine Weile Milch und Milchprodukte sowie Weizenmehl zu meiden und auf Alternativen auszuweichen. Auf diese Weise lassen sich Beschwerden wie Rötungen und Juckreiz zwischenzeitlich lindern. Menschen mit Hautkrankheiten neigen oft zu Nahrungsmittelintoleranzen und bringen eine gewisse Allergiebereitschaft mit. So reagieren Betroffene häufig auf Milchzucker oder Milcheiweiss sowie auf glutenhaltige Getreidesorten wie Weizen, Hafer, Roggen, Dinkel oder Gerste. Aber auch histaminhaltige Lebensmittel wie Tomaten, Nüsse, Süssigkeiten, Meeresfrüchte und Alkohol können Entzündungen anheizen.

Lindernde Lebensmittel bei Hautkrankheiten

Lebensmittel, die einen positiven Effekt auf entzündete Haut haben, sind zum Beispiel Produkte mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Diese gesunden Fettsäuren kommen hauptsächlich in Kaltwasserfischen vor. Aber auch Avocados und Pflanzenöle wie Nachtkerzen-, Raps-, Hanf-, Walnuss- und Leinöl enthalten viel Omega-3. Dieses wirkt entzündungshemmend und lindernd zugleich. Generell sollten sich Patienten mit entzündlichen Hautkrankheiten möglichst ausgewogen und naturbelassen ernähren. Das heisst: wenig industriell verarbeitete Lebensmittel, hingegen viele frische und hochwertige Bioprodukte aus der Region.

Hautfreundliche Lebensmittel

Über die Ernährung kannst du nicht nur den Verlauf von Hautkrankheiten beeinflussen, sondern auch deine Haut pflegen und schützen. Generell profitiert die Haut von einer gesunden Ernährung, die aus vielen antioxidativen und nährstoffreichen Lebensmitteln besteht sowie möglichst wenige entzündungsfördernde Inhaltsstoffe und raffinierte Kohlenhydrate enthält. Besonders hautfreundliche Lebensmittel sind grüner Tee, Kurkuma, Gurken und – wer hätte das gedacht? – schwarze Schokolade. Grüntee und schwarze Schokolade sind reich an Polyphenolen, die eine antioxidative, zellschützende Wirkung haben. Die Polyphenole im Grüntee sollen zudem entzündungs- und sogar krebshemmende Eigenschaften besitzen. Kurkuma wirkt ebenfalls entzündungshemmend. Beta-Carotin-haltige Lebensmittel wie beispielsweise Karotten haben hingegen bei regelmässiger Aufnahme einen leichten Sonnenschutzeffekt. Mehr dazu erfährst du hier.

Für jedes Alter das passende Lebensmittel

Je nach Alter hat die Haut unterschiedliche Pflegebedürfnisse:

  • Junge Menschen sind anfälliger für Pickel, Akne und seborrhoische Dermatitis. Sie sollten daher insbesondere raffinierte Kohlenhydrate meiden, Milchprodukte auf ihrem Speiseplan einschränken und keine Energy Drinks zu sich nehmen.
  • Im Erwachsenenalter empfiehlt sich eine Vitamin-E- und Vitamin-C-reiche Diät. Weizenkeimöl, Mandeln, Vollkornprodukte, Spargeln und Spinat enthalten grosse Mengen des wertvollen Radikalfängers Vitamin E. Reichlich Vitamin C steckt in schwarzen Johannisbeeren, Hagebutte, Kiwi, Brokkoli, Paprika (Peperoni) und Rosenkohl. Carotinoide, die beispielsweise in Karotten, Kürbis und Aprikosen vorkommen, haben zudem eine kollagenstimulierende Wirkung.
  • Die reife Haut ist auf viel Feuchtigkeit und elastizitätsfördernde Wirkstoffe angewiesen. Getreideprodukte aus Hafer, Gerste und Hirse sind reich an wertvollen Kieselsäuren, die bindegewebsstabilisierend wirken. Auch kaltgepresste Öle, fettreiche Fische mit Omega-3-Fettsäuren sowie Obst- und Gemüsesorten wie Kiwi, Trauben, Karotten, Spinat, Grünkohl und Zucchini schützen die reife Haut und wirken zellverjüngend.

Unser Tipp zum Schluss: Was der einen Haut guttut, kann bei einer anderen Beschwerden auslösen oder verstärken. Ein Ernährungstagebuch kann dir helfen herauszufinden, welche Lebensmittel deine Haut nicht verträgt und welche sie mag. Wenn deine Haut immer wieder empfindlich auf ein bestimmtes Lebensmittel reagiert, solltest du auf jeden Fall deinen Arzt darauf hinweisen.