Hautprobleme bei Säuglingen und Kleinkindern

Die Haut von Babys und Kleinkindern ist dünner und sensibler als die von Erwachsenen. Hautirritationen und andere Hautprobleme sind deshalb keine Seltenheit. Lerne die häufigsten Hautprobleme des frühkindlichen Alters kennen und erfahre, mit welchen Pflegemassnahmen du dagegen vorgehen kannst.

Catherina Bernaschina

Hautprobleme

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«Zart wie Babyhaut» – oder doch nicht ganz? Gerade Neugeborene zeigen in den ersten Lebenswochen oft Hautunregelmässigkeiten, die jedoch meist unbedenklich und von vorübergehender Natur sind. Bei termingerecht geborenen Babys schuppt sich beispielsweise in den ersten Wochen nach der Geburt die Haut, weil sie sich an die neuen Umweltbedingungen anpasst.

Während einige Hauterscheinungen nicht zwingend behandelt werden müssen, bedürfen andere einer besonderen Pflege:

Milchschorf

Milchschorf ist ein krustig-entzündlicher Hautausschlag, zu dem es bei Säuglingen und Kleinkindern an Kopf und Gesicht kommen kann. Das mit starkem Juckreiz verbundene atopische Ekzem tritt meist nach dem dritten Lebensmonat auf und kann eine Vorstufe einer Neurodermitis sein. Als Ursache wird eine angeborene Überempfindlichkeit der Haut bzw. eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel angenommen. Milchschorf wird oft mit dem äusserlich sehr ähnlichen Kopfgneis (Seborrhoisches Ekzem) verwechselt, das für gewöhnlich nicht speziell behandelt werden muss. Kopfgneis ist auf eine übermässige Talgproduktion zurückzuführen. Die fettig-gelblichen Kopfhautschuppen stellen lediglich ein kosmetisches Problem im ersten Lebensjahr dar und verschwinden von alleine wieder.

Was bei Milchschorf hilft: Löse die Hautschuppen keinesfalls mit deinen Fingern ab, um keine nachfolgende Entzündung zu riskieren. Eine Harnstoffsalbe (Urea) kann die Feuchthaltefähigkeit und die Heilung der trockenen, gereizten Haut verbessern. Ebenfalls hilfreich sind medizinische Shampoos. Zum Rückfetten der Haut empfehlen sich Ölbäder, Fettsalben und Lotionen. Weitere Therapiemöglichkeiten sind eine Ernährungsumstellung oder die Anwendung von Nachtkerzenöl. Gebe das Öl hierfür sparsam (2 bis 4 Tropfen) auf die betroffene Hautstelle und massiere das Öl vorsichtig ein. Bei Milchschorf bewährt hat sich auch das antientzündliche und juckreizlindernde Kraut des Stiefmütterchens (lat. Viola Tricolor). Für die äusserliche Anwendung gibt es z.B. spagyrische Sprays mit Stiefmütterchenextrakt. Die spagyrische Essenz «Viola tricolor» ist in Drogerien erhältlich.

Neurodermitis

Das juckende, allergieähnliche Ekzem tritt meist in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahrs an mehreren Körperstellen auf – insbesondere in den Kniekehlen, Ellenbeugen, an Hand- und Fussgelenken, an den Wangen und hinter den Ohren. Die Ursache ist häufig eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Substanzen.

Was hilft: Behandle die trockenen, geröteten Stellen mit einer rückfettenden Creme. Wirksame Mittel sind auch Nachtkerzenöl, spagyrische Mischungen aus Stiefmütterchen und Kamille sowie Hautcremes auf Olivenölbasis. Wenn der Hautzustand sich nicht bessert, solltest du den Kinderarzt aufsuchen.

Windeldermatitis

Das feuchtwarme Windelklima zusammen mit Urin und Stuhl reizt die Babyhaut und begünstigt die Bakterien- und Pilzvermehrung. Eine Windelentzündung kann sich jedoch auch bei guter Hygiene entwickeln. Meist verschwinden die roten Wundbereiche von selbst. Sie können aber sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Zu den weiteren Auslösern für einen wunden Po gehören Durchfall, Windelunverträglichkeit, Zahnen, Medikamente, Inhaltstoffe aus der Nahrung in der Muttermilch (z.B. Zitrusfrüchte) sowie die Einführung neuer Lebensmittel.

Was vorbeugend wirkt: Wechsle die Windeln sechs bis acht Mal täglich, damit der Windelbereich trocken bleibt. Lass zudem dein Kind von Zeit zu Zeit ohne Windeln an der Luft strampeln. Den Babypo säuberst du am besten mit einem Zellstofftuch, das du in lauwarmes Wasser oder Mandelöl tränkst.

Was bei Windeldermatitis hilft: Wickle dein Kind häufig, sprich alle zwei bis drei Stunden. Wasch den Babypo unter laufendem, lauwarmem Wasser und verzichte auf Reinigungstücher. Die Reibung irritiert die wunden Hautstellen nur zusätzlich. Linderung können Wundschutzsalben und -cremes mit Ringelblumen oder Hamamelis sowie Zinksalben bringen. Auch Schüssler-Salz Nr. 11 ist ein bewährtes Mittel. Vorsicht: Pickel oder Pusteln könnten ein Hinweis für eine Pilzerkrankung sein (Windelsoor) und bedürfen einer ärztlichen Abklärung.