Die häufigsten Auslöser von Mundgeruch

Mundgeruch kann ganz schön unangenehm sein: Für uns selbst und auch für unsere Mitmenschen. Doch ein schlechter Atem ist nicht nur lästig. Manchmal kann er auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Umso wichtiger ist es, dem üblen Geruch auf den Grund zu gehen, um die richtigen Massnahmen zu ergreifen.

Catherina Bernaschina

Jeder Mensch kennt Mundgeruch: Morgens nach dem Aufstehen ist der üble Geruch aus dem Mund schon fast eine Gewissheit. Auch nach dem Verzehr bestimmter Speisen kann er uns heimsuchen. Mundgeruch (auch Foetor ex ore oder Halitosis genannt) ist ein Tabu-Thema: Mitmenschen, die ihn wahrnehmen, sprechen die Betroffenen selten bis nie darauf an. Und wer einen schlechten Atem hat, bemerkt es selbst oft nicht. Dabei wäre es wichtig, das Problem anzugehen. Zwar findet sich die Ursache von Mundgeruch zu etwa 90 Prozent im Mund. Meist handelt es sich dabei um eine bakterielle Zersetzung organischen Materials. In seltenen Fällen kann das Problem jedoch tiefer liegen und sogar zur gesundheitlichen Gefahr werden. In der folgenden Übersicht zeigen wir dir, welche Auslöser Mundgeruch haben kann:

Nahrung

Bestimmte Speisen führen nach ihrem Verzehr zu Mundgeruch. Allen voran Knoblauch, Zwiebeln und starke Gewürze wie etwa Curry. Die Stoffe dieser Lebensmittel gelangen ins Blut und werden über die Hautporen und die Atmung abgegeben. Aber auch Essensreste zwischen den Zähnen kommen als Auslöser von schlechtem Atem in Frage. Womit wir beim nächsten Übeltäter wären:

Schlechte Mundhygiene

Auch eine ungenügende oder schlechte Mundhygiene kann für Mundgeruch verantwortlich sein. Wer seine Zähne nur unregelmässig bzw. nachlässig putzt und nie Zahnseide benutzt, muss sich über einen üblen Geruch nicht wundern. Denn wo sich organische Rückstände ablagern, sind auch die Bakterien nicht weit entfernt. Da die Zunge von Bakterien geradezu übersäht wird, solltest du zusätzlich zur Dentalpflege regelmässig den Zungenbelag mit einem Zungenschaber abtragen. Oder du probierst Ölziehen aus – eine effektive alternativmedizinische Methode zur natürlichen Zahn- und Mundpflege.

Mundtrockenheit

Wenn über die Mundschleimhaut nicht mehr genügend Speichel abgegeben wird, bleiben Essenreste eher in der Mundhöhle zurück. Bakterien zersetzen diese, wodurch schwefelhaltige Stoffwechselprodukte entstehen. Mundtrockenheit tritt auf, wenn man beispielsweise viel durch den Mund atmet wie beim Schlafen oder beim Sport. Auch Flüssigkeitsmangel, Stress oder trockene Luft begünstigen einen trockenen Mund. Bei Mundtrockenheit kann es sich aber auch um eine Erkrankung der Speicheldrüse handeln. Tritt das Problem über einen längeren Zeitraum auf, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Medikamente

Ein trockener Mund kann auch mit einer Medikamenteneinnahme zusammenhängen. Denn viele Medikamente beeinflussen als Nebenwirkung den Speichelfluss negativ. Andere wiederum setzen im Körper chemische Substanzen frei, die in die Atmung übergehen und üble Gerüche erzeugen.

Genussmittel

Der übermässige Konsum von Alkohol, Tabak und Koffein schädigt nicht nur die Mundflora, sondern auch das Bakteriengleichgewicht im Verdauungssystem. Während Rauchen den Mund austrocknet, werden die Stoffe von Alkohol und Kaffee durch Bakterien im Mundraum zersetzt. Diese Stoffwechselprodukte nehmen wir dann als üblen Geruch wahr.

Zahnprobleme

Zahninfektionen, starker Zahnbelag, Zahnstein, Karies, Zahnerkrankungen, Zahnfleischentzündungen (Parodontitis, Gingivitis) und chirurgische Wunden gehören ebenfalls zu den möglichen Ursachen von Mundgeruch.

Zahnmedizinische Apparaturen, Prothesen und Implantate

Zahnspangen, schlecht sitzende Zahnprothesen, Zahnfüllungen (Inlays) und Implantate können zu Mundgeruch führen, da sich Bakterien um sie herum sehr wohl fühlen.

Munderkrankungen

Mundgeruch begünstigende Krankheiten im Mundbereich sind: Mundschleimhautentzündungen, Mundfäule, Pilzinfektionen im Mund, Abszesse sowie Tumoren im Mund-Rachen-Raum.

Mund-Nasen-Erkrankungen

Manchmal tritt die schlechte Luft nicht nur aus dem Mund, sondern auch aus der Nase aus. Dies ist beispielsweise der Fall bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, bei Nasenpolypen, bei chronischem Schnupfen oder bei Tumoren im Nasen-Rachen-Raum.

Erkrankungen des Magenbereichs

In einigen Fällen liegt die Ursache in der Magengegend. So können beispielsweise Sodbrennen, Reflux, Magengeschwüre, Magenkrebs, Fremdkörper im Verdauungstrakt, Darmverschluss und andere Magenerkrankungen Mundgeruch als Nebenfolge haben.

Andere Erkrankungen

Mundgeruch kann auch von anderen Erkrankungen wie beispielsweise Mandelentzündungen, Atemwegserkrankungen, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, Diphtherie oder Syphilis herrühren.

Fazit

Die Liste möglicher Auslöser von Mundgeruch ist lang, aber längst nicht komplett. Auch andere Krankheiten, Vergiftungen, Allergien, Lebensmittelintoleranzen sowie Mangelernährung, langes Fasten oder generell Alterserscheinungen können Grund für den üblen Geruch sein. Dies soll dich aber nicht verängstigen. Häufig reicht es für einen besseren Atem, auf eine gute Zahn- und Mundhygiene zu achten, ausreichend Flüssigkeit zu trinken und die Ernährungsgewohnheiten leicht anzupassen. Sollten diese Massnahmen nicht zu einer Verbesserung der Situation führen, empfehlen wir dir, deinen (Zahn-)Arzt aufzusuchen, damit er weitere Abklärungen treffen kann.