Was hilft bei Ohrenschmerzen?

Wenn das Ohr heftig schmerzt, ist vielleicht eine Entzündung des äusseren Gehörgangs der Grund dafür. Die Erkrankung kommt oft bei Menschen vor, die sich häufig im Wasser aufhalten. Es gibt jedoch noch weitere Risikofaktoren. Lerne die Auslöser von Ohrenentzündungen kennen und erfahre, was gegen die Symptome hilft.

Catherina Bernaschina

Ohrenentzündung

© Csaba Deli, de.123rf.com

Rund jeder zehnte Mensch ist im Laufe seines Lebens von einer Ohrenentzündung bzw. von einer äusseren Gehörgangsentzündung (Otitis externa) betroffen. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Haut des äusseren Gehörgangs im Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell. Die Erkrankung kann ein Ohr oder auch beide Ohren betreffen.

Natürlicher Schutz

Unsere Ohren haben einen natürlichen Schutz- und Selbstreinigungsmechanismus. Der in den Hautdrüsen des Gehörgangs produzierte gelblich-braune Ohrenschmalz befeuchtet das Ohr und erhält seinen Säureschutzmantel. Zudem schützt der Schmalz die empfindliche Haut im Ohr vor Infektionen. Kleinste Härchen befördern der Schmalz zusammen mit Schmutz, abgestorbenen Hautzellen und Staubpartikeln zur Ohrmuschel nach draussen. Ist dieser Mechanismus gestört, kann es zu Ohrenbeschwerden kommen.

Auslöser

Die Ursache einer Otis externa ist meist eine Infektion durch Bakterien, wenn die natürliche Hautbarriere im Ohr gestört ist. Erreger können aber auch Pilze oder – eher seltener – Viren sein. Es gibt zudem Risikofaktoren, die die Entstehung einer äusseren Gehörgangsentzündung begünstigen:

  • Feuchtigkeit in den Ohren: Die Haut wird durch ein ständig feucht-warmes Milieu aufgeweicht und der Ohrenschmalz durch das Wasser herausgespült. Dies liefert Bakterien und Pilzen einen perfekten Nährboden. Badetouristen, regelmässige Schwimmbadbesucher, Surfer und Taucher sind dementsprechend häufig von einer äusseren Gehörgangsentzündung betroffen
  • Verunreinigtes Wasser, das z.B. nach dem Schwimmen in öffentlichen Gewässern im Gehörgang zurückbleibt
  • Kleinste Hautverletzungen im Gehörgang: Solche Mikrotraumata können beispielsweise durch grobes Ohrenputzen mit dem Wattestäbchen oder durch das Einführen von Fingern oder Gegenständen entstehen
  • Irritation des Gehörgangs durch Hörgeräte oder durch häufige Verwendung von Innenohr-Kopfhörern sowie Ohrstöpseln
  • Reizung durch übertriebene Verwendung von Shampoos, Haarfärbemitteln und Haarsprays, die den pH-Wert im Gehörgang aus dem Gleichgewicht bringen
  • Allergien (z.B. gegen Nickel oder Haarwaschmittel) und Neigung zu Ekzemen
  • Krankheiten wie Diabetes mellitus, Atopische Dermatitis, Zoster-Virus-Infektion (Zoster oticus), Mittelohrenentzündung sowie Immunschwäche
  • Sehr enge Gehörgänge: Sie sind weniger belüftet, die Feuchtigkeit verdunstet schlechter, wodurch sich Keime besser vermehren
  • Gerhörgangs-Furunkel: Bei dieser Sonderform der Gehörgangsentzündung entzündet sich ein Haarbalg im Gehörgang, wodurch sich Eiter rundherum ansammelt

Symptome

Eine äussere Gehörgangsentzündung kann sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen:

  • Starker Juckreiz im Ohr (häufig bei Pilzbefall)
  • Heftige Ohrenschmerzen
  • Verstopfungsgefühl im Ohr
  • Ohrenschmerzen beim Kauen, Schlucken oder Sprechen
  • Geröteter, geschwollener Gehörgang
  • Geschwächtes Hörvermögen aufgrund Schwellung
  • Milchiges Sekret, das aus dem Ohr fliesst
  • Lymphknotenschwellung und Fieber können auf eine fortgeschrittene Entzündung hindeuten

Treten solche Beschwerden bei dir auf, ist es sehr wichtig, dich von einem Arzt untersuchen zu lassen. Unbehandelt kann die Entzündung zu grösseren Komplikationen führen. Eine Otitis externa kann sich zum Beispiel zu einer chronischen Infektion entwickeln.

Richtig vorbeugen

Vergewissere dich nach dem Schwimmen oder Tauchen, dass kein Wasser mehr in den Ohren ist. Du kannst deine Ohren beispielsweise vorsichtig mit dem Haartrockner auf niedriger Stufe trocknen. Bei einer Ohrenentzündung solltest du auf Schwimmbadbesuche und Tauchgänge verzichten, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist. Verwendest du Ohrhörer oder Ohrstöpsel, solltest du diese regelmässig mit Alkohol reinigen, um die Keime abzutöten. Träger von Hörgeräten können das Erkrankungsrisiko verringern, indem sie eine antiallergene Oberflächenabdeckung verwenden.

Therapie

Je nach Erreger kommen bei einer Otitis externa verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Meist wird eine Ohrenentzündung mit Antibiotika in Form von Ohrentropfen örtlich behandelt. Handelt es sich um einen Pilz, kommen antimykotische Ohrentropfen zum Einsatz. Damit die Medikamente ihre Wirkung entfalten können, muss ein HNO-Arzt den Gehörgang zuvor reinigen. Zur Behandlung einer Schwellung kann er einen medikamentösen Gazestreifen in das erkrankte Ohr einführen. Bei sehr starken Schmerzen und Fieber können vorübergehend auch schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente helfen. Eine weitere Säule der Behandlung von Ohrenentzündungen sind abschwellende Nasentropfen oder -sprays. Durch ihre Verabreichung schwillt die Ohrentrompete ab, die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbindet. Dies bewirkt wiederum eine bessere Belüftung. Bevor du zu diesen Mitteln greifst, solltest du dich immer mit deinem Arzt absprechen.