Reflux: Was gegen häufiges saures Aufstossen hilft

Wenn Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt, kann das ganz schön brennen und schmerzen. Treten die Beschwerden häufig auf, spricht man von Reflux oder Sodbrennen. Erfahre, wie es zu den typischen Reflux-Beschwerden kommt und was du dagegen tun kannst.

Catherina Bernaschina

Jeder kennt saures Aufstossen: Gerade hat man noch herzhaft geschlemmt, schon folgt dieses unangenehm brennende Gefühl, das sich seinen Weg die Speiseröhre hoch bahnt. Tritt das Problem regelmässig und unabhängig von den Mahlzeiten auf, könnte auch Reflux dahinterstecken. Bei Reflux – auch Sodbrennen oder Magenbrennen genannt – fliesst die Magensäure aufgrund eines gestörten Verschlussapparats in die Speiseröhre zurück, wo sie für brennende Schmerzen sorgt. Manchmal gelangt der Magensaft sogar bis in den Rachen- und Mundraum, wo er einen unangenehm sauren Geschmack hinterlässt. Nehmen die Beschwerden ein krankhaftes Ausmass an, sprechen Ärzte von einer «gastroösophagealen Refluxerkrankung».

Fast jeder fünfte Europäer betroffen

Etwa 10 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden unter einem pathologischen Reflux. Ein Viertel der Betroffenen muss das unangenehme Brennen mindestens einmal pro Woche ertragen, jeder Zehnte sogar täglich. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen leiden jahrelang unter den Schmerzen – ihre Beschwerden sind also chronisch. Typisch für Reflux bzw. Sodbrennen ist, dass es nach dem Essen, beim Bücken, bei körperlicher Belastung und insbesondere im Liegen auftritt. Neben dem Brennen in der Brust- und manchmal auch in der Magengegend (Magenbrennen) leiden Betroffene nicht selten auch an Übelkeit und Druckschmerzen im Herzbereich.

Alles hängt von einem Muskel ab

Hauptursache des Rückflusses ist die Erschlaffung bzw. eine gestörte Funktion des Schliessmuskels zwischen Magen und Speiseröhre. Normalerweise verhindert dieser Schliessmuskel, dass der Magensaft nicht wieder in die Speiseröhre zurückfliesst (Rückfluss = lat. refluxus). Ist die Funktion des Schliessmuskels beeinträchtig, kann der Speisebrei austreten und mit der Schleimhaut der Speiseröhre in Berührung kommen, was zu den brennenden Schmerzen führt.

Risikofaktoren von Reflux

Die Auslöser von Reflux sind vielfältiger Natur. Zu den Risikofaktoren, die Sodbrennen begünstigen, gehören:

  • Die Nahrungsbeschaffenheit: Das Essen hat einen wesentlichen Einfluss auf die Spannung des Speiseröhren-Schliessmuskels. Fettreiche Speisen vermindern die Muskelspannung hormonell bedingt um 30 Prozent. Eiweissreiche Mahlzeiten erhöhen zudem den Magendruck.
  • Auch Alkohol reduziert die Muskelspannung des Speiseröhre-Schliessmuskels.
  • Üppige Mahlzeiten – vor allem spät abends – können Sodbrennen hervorrufen. Anstelle dreier grossen Mahlzeiten solltest du mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt einplanen.
  • Schwangerschaft: Viele Schwangere leiden gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel unter starkem Reflux. Grund dafür sind der zunehmende Druck im Bauchraum sowie die hormonelle Umstellung.
  • Eine sehr sensible Speiseröhre kann ein weiterer Grund für die Beschwerden sein.
  • Übergewicht: 80 Prozent der Refluxbetroffenen sind übergewichtig. Die zu vielen Pfunde tragen dazu bei, dass sich der Verschlussapparat zwischen Magen und Speiseröhre wegen des höheren Drucks im Bauchraum leichter öffnet.
  • Ebenfalls Medikamente, aber auch Stress und sehr enge Kleidung können Reflux begünstigen.

Lebensmittel, die du meiden solltest

Ist der Übeltäter von Reflux einmal identifiziert, lässt sich so einiges gegen die Beschwerden tun. Vor allem, was die Ernährung anbelangt, kannst du grossen Einfluss nehmen. Wenn du häufig an saurem Aufstossen leidest, solltest du folgenden Nahrungsmitteln ausweichen:

  • besonders süsse oder stark gewürzte Speisen
  • stark säure- bzw. kohlensäurehaltige Speisen und Getränke
  • sehr kalte und heisse Getränke
  • Orangen- und Tomatensaft
  • Rettich und Zwiebeln
  • Wein, Bier, Sekt, Whisky und Wodka
  • Schokolade
  • Kaffee

Weitere Tipps

  • Lege dich nach dem Essen nicht gleich hin, sondern mache am besten ein paar Schritte an der frischen Luft.
  • Lagere deinen Oberkörper (nicht nur den Kopf) hoch. Schlafen mit erhöhtem Oberkörper (15 bis 20 Grad) reduziert den Säurerückfluss.
  • Bei leichten Beschwerden kann ein Glas Wasser oder ein Stück trockenes Brot Abhilfe bringen.
  • Auch bestimmte Teesorten wie Liebstöckelwurzeltee, Melissetee, Fencheltee und Tee aus getrockneten Blättern des Annattostrauchs sollen Linderung bringen.
  • Bei akuten Beschwerden kann Heilerde helfen. Ihre feinen Tonmineralien binden die überschüssige Magensäure. Lass dich dazu in der Apotheke beraten.
  • Dein Arzt oder Apotheker kann dich auch hinsichtlich verschreibungspflichtiger und nichtverschreibungspflichtiger Medikamente gegen Reflux beraten.

Wann du zum Arzt solltest 

Halten deine Beschwerden länger als eine Woche an und bringen die genannten Massnahmen keine Linderung, solltest du einen Arzt aufsuchen. Denn Reflux kann unbehandelt ernste Folgen haben. Eine genaue Diagnose ist aber auch wichtig, um andere Krankheiten ausschliessen zu können.