Die heilende Wirkung von Salz

Salz ist ein Allroundtalent. Wir möchten es im Essen nicht missen, aber auch äusserlich angewendet kann es einen positiven Einfluss auf unsere Muskeln, Gelenke, Atemwege und Haut haben. Wie du die Kraft des Salzes am besten nutzen kannst, verraten wir dir in unserem Artikel.

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Stelle dir vor, du machst einen Spaziergang an der Nordsee. Der Wind pfeift, du atmest tief ein – und merkst, wie befreit du durchatmen kannst. Oder schliess die Augen und lass dich im Toten Meer treiben. Hautreizungen lassen nach, du fühlst dich ein bisschen wie neu geboren. Salz tut nicht nur unserem Körper gut, es ist lebenwichtig für uns. Denn die Salzkonzentration reguliert unseren Flüssigkeitshaushalt und sorgt für den Transport der Nährstoffe, sodass der Stoffwechsel und unsere Körperfunktionen einwandfrei funktionieren können. Natürlich sollten wir es mit dem Salz im Essen nicht übertreiben. Die meisten Schweizer essen eher zu viel als zu wenig davon – die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt weniger als fünf Gramm täglich, also etwa einen Teelöffel.

Ein zu hoher Verzehr liegt häufig an den versteckten Salzen in Fertiggerichten. Doch äusserlich angewendet ist Salz ein wahrer Alleskönner für unsere Gesundheit, besonders bei Erkrankungen der Haut, der Atemwege und der Gelenke.

Salz auf unserer (Schleim-)Haut

Wer nicht mal eben ans Meer fahren kann, hat auch in der Schweiz die Möglichkeit, von Anwendungen mit der sogenannten Sole (einer wässrigen Lösung von Salzen), zu profitieren. Zum Beispiel in einer Salz-Grotte oder einem Solebad. Eine der stärksten Natursolen Europas gibt es in Rheinfelden. Dort wird sie aus etwa 200 Metern Tiefe in der Saline Rheinfelden-Riburg gefördert und via Pipeline direkt in die Wellness-Welt «sole uno» geleitet. Anschliessend wird sie mit dem kalzium- und magnesiumreichen Trinkwasser vermischt und auf 33 bis 36°C erwärmt.

Heilende Wirkung

Für nahezu alle Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparats empfiehlt Dr. med. Wilfried Schwab, Chefarzt Rehaklinik Salina im Parkresort Rheinfelden, Sole-Anwendungen. So zum Beispiel bei entzündlichem Rheuma, Bandscheibenleiden, Arthrose oder Funktionsstörungen nach Unfällen. «Angewendet als Bäder- oder Wassertherapie reagieren die gelösten Salze mit der Haut und bewirken eine Weitung der Gefässe, was zu einer Mehrdurchblutung führt» erläutert Wilfried Schwab. «Zusammen mit dem warmen Wasser entspannen sich die Muskeln, die Gelenke werden entlastet und die Schmerzen lassen nach. Dadurch wird auch die Beweglichkeit verbessert.» Auch Wassergymnastik im warmen Sole-Becken kann die Regeneration unterstützen. «Vor allem durch den solebedingten vermehrten Auftrieb im Vergleich zu normalem Wasser ist es früher möglich, Patienten zu mobilisieren. Insbesondere wenn diese sich an Land noch gar nicht bewegen können oder dürfen. Wie zum Beispiel bei kaum belastbaren Gelenkschäden», führt der Experte aus. Zudem empfiehlt er Sole-Anwendungen  bei Atemwegsbeschwerden. «Das Einatmen der Aerosole, so heissen die feinen Salzwassertröpfchen, z.B. in der Sole-Inhalationsgrotte regt die Durchblutung der Lungen an und reinigt somit den gesamten Atemtrakt von Bakterien und Allergenen wie Staub oder Pollen.»

Weniger Medikamente dank Anwendung mit Sole

Sole wird auch in Verbindung mit Licht bei Schuppenflechte und Sonnenallergie therapeutisch angewendet. «Durch die Sole-Anwendung ist häufig sogar eine Verringerung der Medikamentendosis möglich» schildert Dr. Torsten Hauschild, Dermatologe am Salina Fachärztehaus im Parkresort Rheinfelden. Bei Menschen mit Psoriasis halte der Effekt der Behandlung manchmal sogar bis zu dreieinhalb Jahre an.

Schweben wie im Toten Meer

Bei Burn-out-Syndromen, Belastungen körperlicher und seelischer Art, zum Stressabbau, aber auch wenn wir einfach nur herrlich entspannen möchten: Hier ist ein Bad in einem Intensiv-Sole-Becken empfehlenswert. Darin können wir nahezu schwerelos durch das Wasser floaten und gedanklich in andere Sphären eintauchen.