Sanfte Hilfe beim PMS

Die Tage vor den Tagen können für einige Frauen zur echten Qual werden. Die Brüste spannen und schmerzen, man fühlt sich aufgedunsen und leidet unter Stimmungsschwankungen. Wir zeigen dir, wie sich die Beschwerden mit pflanzlichen Arzneimitteln lindern lassen.

«Pflanzliche Arznei- und Heilmittel zeichnen sich durch ein Bündel von Wirkmechanismen aus und besitzen ein relativ breites Wirkungsspektrum», sagte der Tagungsleiter Prof. Dr. med. Reinhard Saller in seiner Einführung zum diesjährigen Kongress der Stiftung für Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin (SNE). Wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten der Phytotherapie sowie der Aromatherapie beim prämenstruellen Syndrom (PMS) sind, zeigte die Apothekerin und Phytotherapie-Spezialistin Karoline Fotinos-Graf eindrücklich in ihrem Referat auf. «Rund 30 bis 40 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter leiden an einem prämenstruellen Syndrom.» «In der Mehrzahl sind nur Frauen mit Regelblutung von einem PMS betroffen. Die Symptome sind körperlicher wie seelischer Art und individuell; ihre Ursachen sind vielfältig. Mit der Menopause verschwinden die Beschwerden meist wieder. Als Option zu den klassischen Therapien bieten sich viele pflanzliche Arzneimittel oder Anwendungsarten an. Dies erlaubt es, eine Behandlung für Patientinnen individuell zuzuschneiden.»

Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Johanniskraut und ihre Wirkung

Seit der Antike wird Mönchspfeffer als Heilpflanze beim PMS und bei Zyklusstörungen angewendet – nicht nur zur Behandlung von körperlichen Symptomen. «Die Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers haben einen günstigen Einfluss auf Angst- und Unruhezustände sowie auf die psychoemotionale Labilität.»

PMS

Die Traubensilberkerze wurde schon von den Indianern als Heilpflanze benutzt. Sie zeigt eine regulierende und ausgleichende Wirkung auf das hormonelle System und hat einen Einfluss auf neurovegetative und psychische Störungen beim PMS. Die Traubensilberkerze empfehlen wir dir in der Prämenopause, kombiniert mit Mönchspfeffer und Johanniskraut.

PMS

Johanniskraut wird seit langem genutzt. Das Kraut wirkt antidepressiv, sanft beruhigend und angstlösend. Die Wirkung setzt nach zwei bis vier Wochen ein und ist mit synthetischen Antidepressiva vergleichbar. Zu beachten gilt, dass es mit Johanniskraut zu unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen kann. Bei höheren Dosierungen könne es auch zu einer gesteigerten Lichtempfindlichkeit der Haut kommen; der Sonnenschutz sollte entsprechend erhöht werden.

Unverzichtbare Aromatherapie

«Aromatherapie ist beim PMS nicht wegzudenken», sagte Karoline Fotinos-Graf. Die Wirkung erfolgt sehr schnell über die Nase, was ideal ist bei psychoemotionalen Beschwerden. Kleinste Konzentrationen reichen oft aus. Für eine Beratung ist es unabdingbar, sich mit der Biochemie der ätherischen Öle auseinanderzusetzen, um die Risiken abschätzen zu können. Besonders bei Babys, Kleinkindern und Schwangeren ist grösste Vorsicht geboten. Öle der ersten Wahl bei gynäkologischen Erkrankungen sind für die Apothekerin der Muskatellersalbei und die Rosengeranie. Als Universalheilmittel der Aromatherapie gilt der Lavendel, der auch wunderbar als Hautöl eingesetzt werden kann.