11 Gründe für einen Saunabesuch

Worauf die Finnen seit jeher schwören, findet auch in unseren Breitengraden immer mehr Anhänger: die Sauna. Denn die «Schwitzstube» bringt vielerlei gesundheitliche Vorteile mit sich. Saunieren kurbelt u.a. die Durchblutung an, bekämpft Stress und reinigt den Organismus.

Catherina Bernaschina

Sauna

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Die Sauna ist ein wichtiger Bestandteil der finnischen Kultur. In Finnland gehört die «Schwitzstube» gewissermassen zur privaten Ausstattung. Dies hat mit der Geschichte des finnischen Bads zu tun: Die Sauna diente den Finnen früher als Badezimmer – also als Ort, wo sie sich reinigten. Im sterilsten und wärmsten Raum des Hauses wurden auch die Kinder zur Welt gebracht. Die klassische Sauna ist innen mit Holz ausgekleidet und mit hölzernen Sitzbänken auf mehreren Stufen ausgestattet. Mithilfe eines (mittlerweile meist elektrischen) Ofens und Lavasteinen wird der Saunaraum auf durchschnittlich 80°C bis 100°C erhitzt. Heute ist die Sauna jedem ein Begriff, auch wenn man sie bei uns vor allem in öffentlichen Schwimm- und Thermalbädern sowie Fitnessstudios antrifft. Wie auch andere Saunavariationen hat die klassische finnische Sauna verschiedene positive Effekte auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wir stellen dir 11 ihrer wichtigsten gesundheitsfördernden Eigenschaften vor.

1. Reinigt Haut und Organismus

Die trockene Hitze öffnet die Hautporen und trägt so zur Entschlackung bei. Der Körper befreit sich durch das Schwitzen von abgestorbenen Hautzellen und von anderen schädlichen Rückständen. Das Resultat sind ein besseres Hautbild und eine elastischere, widerstandsfähigere Haut. Zudem werden durch das Schwitzen Giftstoffe und Schwermetalle aus dem Organismus befördert.

2. Stärkt das Immunsystem

Die hohen Saunatemperaturen helfen, Bakterien abzutöten, die wiederum für Infektionen verantwortlich sind. Die erhöhte Körpertemperatur wirkt wie ein künstliches Fieber, das die Aktivität der Immunzellen anregt. Ein Saunabesuch ist somit die ideale Waffe zur Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten.

3. Unterstützt die Atmung

Auch kleinere Probleme der oberen Atemwege wie Schnupfen, verstopfte Nase und Rhinitis können durch den Saunagang Linderung erfahren.

4. Verlangsamt den Alterungsprozess

Die Sauna macht nicht nur schön, sondern hält auch jung: Das trockene und heisse Saunaambiente beseitigt Toxine und freie Radikale im Körper. Letztere sind für das Altern des menschlichen Organismus mitverantwortlich.

5. Hält das Herz gesund

Regelmässiges Saunieren geht einher mit einem geringe­ren Risiko für einen plötzlichen Herztod sowie für kardiovaskuläre Erkrankungen. Zu diesem Ergebnis kamen in den 1980er-Jahren finnische Forschende aus Kuopio, die eine Studie mit 3‘433 Männern im Alter von 42 bis 60 Jahren durchgeführt hatten, die Ergebnisse für die Zukunft lieferte. Weshalb das Risiko durch das Saunabaden abnimmt, erfährst du im nächsten Punkt.

6. Fördert die Durchblutung

Die Abfolge von Hitze mit anschliessendem Kaltbad – wie es die klassische finnische Sauna vorsieht – regt die Durchblutung und den Stoffwechsel an. Durch die Hitze weiten sich die Blutgefässe. Bei Kälte ziehen sie sich wieder zusammen. Dieses «Gefässtraining» hilft, das Herz-Kreislauf-System aktiv zu halten. Die Folge ist eine bessere Blutzirkulation, die Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugt und den Sauerstofftransport im Körper fördert.

7. Hilft beim Abnehmen

Viele Männer und Frauen gehen auch zum Abnehmen in die Sauna. Die Pfunde purzeln aber nicht etwa, weil wir schwitzen und unser Körper Wasser verliert. Die Saunahitze führt dazu, dass der Blutdruck sinkt und die Herzfrequenz steigt. Dies hat einen ähnlichen Effekt, wie wenn man schnell geht. Der schnellere Herzschlag führt dazu, dass der Körper mehr Fett verbrennt.

8. Hilft gegen Demenz

Die bessere Durchblutung und der reduzierte Blutdruck verringern auch das Risiko einer Demenzerkrankung. Eine Beobachtungsstudie aus Finnland kam zum Schluss, dass häufige Saunagänge die Demenzdiagnose um 66 Prozent und die Alzheimerdiagnose um 65 Prozent reduzieren.*

9. Entspannt die Muskulatur

Ein Vorteil, den besonders Sportler zu schätzen wissen: Das Wechselspiel zwischen heissen Temperaturen und Kaltwasseranwendung entspannt die Muskeln. Saunabaden lindert zudem Mikrorisse in den Muskelzellen, die nach dem Training auftreten können und Muskelkater verursachen. Auch die Gelenke werden durch das Saunabaden wieder geschmeidiger.

10. Reduziert Stress und Schlafprobleme

Die Sauna hat nicht nur körperliche, sondern auch psychologische Vorteile: Das stille Ambiente und die hohen Temperaturen wirken stressabbauend und schlaffördernd. Vielleicht kennst du das Gefühl nach einem langen, heissen Bad: Du schläfst viel besser und entspannter. Die Sauna hat eine ähnliche Wirkung.

11. Steigert das Wohlbefinden

Beim Entspannen in der Sauna schüttet unser Körper mehr Endorphine bzw. Glückshormone aus. Bereits nach zehn Minuten Aufenthalt in der Sauna stellt sich ein Wohlgefühl ein.

Wer nicht in die Sauna gehen sollte: Ein striktes Verbot gilt für Patienten, die vor kurzem einen Herzinfarkt durchgemacht haben. Auch Patienten mit einer akuten Herzmuskelentzündung, Venenthrombosen oder Infektionskrankheiten sollten auf Saunabesuche verzichten.

* Publiziert in der Zeitschrift Age and Ageing, 2016; doi: 10.1093/ageing/afw212