Das solltest du über Scheidenausfluss wissen

Jede Frau hat Scheidenausfluss. Er gehört zu den natürlichen Funktionen des weiblichen Körpers. Verändert er sich, kann er allerdings auch Hinweise auf Krankheiten und Infektionen geben. Doch was gilt als normal? Worauf du achten, und wann du den Arzt aufsuchen solltest, erfährst du hier.

Tasia Abbatecola

Scheidenausfluss

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Er gehört zu den natürlichen Körperfunktionen und jede Frau hat ihn: Den Scheidenausfluss. Doch weisst du auch, wozu dieser eigentlich da ist? „Fluor genitalis“ – wie er fachbegrifflich genannt wird – ist wichtig, um das Eindringen und die Vermehrung von Krankheitskeimen zu verhindern. Der Ausfluss besteht nämlich aus einer Flüssigkeit des Gebärmutterhalses und Zellen der Scheidenschleimhaut. Diese enthält viele Milchsäurebakterien, welche ein saures Milieu erzeugen. Darin können sich Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze schlechter vermehren. Versagt dieser Schutzmechanismus allerdings, kommt es zu Infektionen, welche sich oft durch einen veränderten Scheidenausfluss zu erkennen geben.

Was ist normal?

Die Ausflussmenge ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Allgemein gilt: Weisslicher, geruchsloser und mit keinerlei Schmerzen verbundener Scheidenausfluss ist normal. Im Rahmen des weiblichen Zyklus schwankt die Menge und Konsistenz des Ausflusses allerdings. Grund dafür ist der Einfluss der Hormone. Ist der Eisprung nahe, dann wird der Ausfluss durchsichtiger und dünnflüssiger. Ausserdem verstärkt er sich. Zähflüssiger wird er hingegen kurz vor und nach der Periode. Zusätzlich können auch Stress oder sexuelle Erregung zu einem stärkeren Ausfluss aus der Scheide führen – jedoch nur vorübergehend. Nicht jede Veränderung ist also gleich ein Grund zur Sorge. Verändert sich die Beschaffenheit des Ausflusses allerdings stark, kann dies durchaus auf ein gesundheitliches Problem hinweisen. Beispiele für solche Veränderungen sind wässriger, schleimiger, schaumiger, krümeliger oder sogar eitriger und blutiger Ausfluss. Zusätzlich dazu hast du dann oft auch weitere Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen. Hast du solche Symptome, ist es an der Zeit für einen Arztbesuch.

Welche Ursachen könnten bei Scheidenausfluss dahinterstecken?

Gründe für einen veränderten Scheidenausfluss gibt es viele. Es gilt aber: Wenn das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht fällt, versagen die Schutzmechanismen, und Keime können sich viel einfacher und schneller vermehren. Ursache dafür sind unter anderem hormonelle Veränderungen in der Pubertät, Schwangerschaft oder auch Wechseljahre. Eine übertriebene oder falsche Intimhygiene kann der Scheidenflora ebenfalls schaden. Weitere Ursachen könnten sein: Stress, Einnahme der Antibabypille oder Antibiotika. In solchen Fällen kann es zu Infektionen kommen, welche auch meistens die Ursachen eines veränderten Scheidenausflusses sind. Es könnte sich also beispielsweise um eine bakterielle Scheidenentzündung, eine Pilzinfektion oder auch eine Entzündung der äusseren Geschlechtsorgane handeln. Auch eine Entzündung des Gebärmutterhalses, Gebärmutterschleimhaut, Eierstock oder Eileiter könnten dahinter stecken.

Wie sieht die Behandlung aus?

Suchst du den Arzt auf, wird er als erstes wahrscheinlich eine vaginale Untersuchung durchführen. Dabei wird etwas Scheidensekret entnommen und mikroskopisch untersucht. Wichtig: Nicht der Ausfluss muss hier behandelt werden. Es geht darum, die Ursache für die Veränderung des Scheidenmilieus zu finden und diese zu beseitigen. Eine Behandlung richtet sich demnach auch nach dem jeweiligen Erreger. Meistens bekommst du dann Scheidenzäpfchen oder spezielle Cremes verschrieben. Auch Tabletten können zum Einsatz kommen. Sollte der Scheidenausfluss ohne weitere Krankheitssymptome auftreten, dann reicht es oft, die natürliche Scheidenflora mit Hilfe vom Scheidenzäpfchen mit Milchsäurebakterien wiederherzustellen. Der Ausfluss kann allerdings auch bloss Begleitsymptom einer anderen Krankheit sein. In einem solchen Fall ist eine gezielte Behandlung notwendig. Auch der Partner muss manchmal mitbehandelt werden. Zudem wird empfohlen, während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.