Schnupfen und Erkältung – wenn es die Kleinsten trifft

Schnupfen und Erkältung sind eine grosse Plage für Babys und Kleinkinder. Die verstopfte Nase macht ihnen zu schaffen: Sie haben Mühe beim Trinken, werden nicht mehr richtig satt und fühlen sich unwohl. Wir haben einige Tipps, wie du die Nase deines Wonneproppens wieder freibekommst.

Catherina Bernaschina

Schnupfen und Erkältung bei Babys und Kleinkinder

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Erkältungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. In der Regel kündigen sie sich mit einem Schnupfen an. Babys sind für Schnupfen besonders anfällig. Ein Grund dafür ist, dass die Kleinen in den ersten Lebensmonaten durch die Nase atmen und erst allmählich die Fähigkeit entwickeln, auch durch den Mund zu atmen. Dadurch wird ihr Riechorgan zum Haupteingang für Erreger (Viren), die meist die Schleimhäute der oberen Luftwege befallen. Nicht selten ist der Schleim in der Nase auch Wegbereiter für eine Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündung. Gerade, um die Verbindungsgänge zu den Nebenhöhlen und zum Mittelohr freizuhalten, ist die Behandlung des Schnupfens wichtig. Aber auch, damit das Baby oder Kleinkind wieder eine freie Nase hat. Denn eine verstopfte Nase bereitet kleinen Kindern grosse Mühe beim Atmen. Dies, weil die Atmung im frühen Alter fast ausschliesslich über die Nase geschieht. Auch das Trinken fällt dann schwerer. Die Kleinen werden nicht richtig satt, schlafen schlecht und zeigen sich häufig unruhig.

Die Behandlung von Schnupfen und Erkältung bei Babys und Kleinkindern erfolgt in erster Linie durch Hausmittel. Diese reichen von schleimlösenden Mitteln über Befeuchten der Schleimhäute bis hin zu Wickeln. Diese Massnahmen helfen deinem Kind, wieder durchzuatmen:

So hilfst du deinem Kind

Kochsalzlösung

Befreie das Näschen vom Schleim, indem du es mit physiologischer Kochsalzlösung spülst. Diese gibt es als Tropfen und Sprays in der Apotheke. Kochsalzlösungen haben einen leicht abschwellenden Effekt. Aber vor allem lösen sie auch den zähen Schleim, der sich in der Nase festgesetzt hat. Die Anwendung ist bedenkenlos und uneingeschränkt möglich.

Inhalieren

Die Inhalation ist eine weitere effektive Methode, um das Näschen, aber auch die Atemwege von Schleim zu befreien. Zur Vermeidung von Verbrühungen solltest du dir einen kindergerechten Düsen- oder Ultra­­schallvernebler besorgen, der kleinste Tröpfchen (kleiner als Wasser­dampf) produziert.

Luftbefeuchtung

Befeuchte die Luft in den Innenräumen und halte deine Wohnräume rauchfrei. Für ausreichende Luftfeuchtigkeit kannst du beispielsweise sorgen, indem du im Winter feuchte Tücher auf die Heizungen legst.

Nasensauger

Da sich Babys und Kleinkinder noch nicht schnäuzen können, kann auch ein sogenannter Nasensauger hilfreich sein. Dabei handelt es sich um eine kleine Pumpe, die durch das Erzeugen von Unterdruck das Sekret aus der Baby- oder Kindernase zieht. Das Gerät erhältst du in verschiedenen Ausführungen ebenfalls in der Drogerie oder Apotheke.

Zwiebelsocken

Ein altbewährtes Heilmittel bei Kinderschnupfen sind Zwiebelsocken. Zwiebeln enthalten Sulfide und wirken antibakteriell, antiviral und immunstärkend. Und so geht’s: Schneide eine Zwiebel in Scheiben (ca. 1cm dick), die du auf die Fusssohlen deines Kindes legst. Zieh zum Fixieren normale Socken über und pack die Füsse danach in dicke Wollsocken ein. Die Anwendung sollte ca. eine bis drei Stunden dauern und eignet sich für Kinder ab einem Jahr. Eine weitere Methode ist es, die Zwiebelscheiben über Nacht in einer Schale neben dem Bettchen zu platzieren.

Engelwurzbalsam

Viele Mütter und Hebammen schwören auf Engelwurzbalsam (für Kinder). Bei diesem in der Drogerie oder Apotheke erhältlichen Balsam handelt es sich um eine Salbe mit Angelikawurzel (Engelwurz), Thymian, Majoran und Johanniskrautöl. Trag tagsüber etwas von der Salbe dünn auf die äusseren Nasenflügel deines Kindes auf. Der Engelwurzbalsam wirkt schleimlösend und lässt dein Kind wieder durchatmen. Bei kleinen Babys ist es ratsam, vor der Anwendung mit dem Kinderarzt zu sprechen.

Homöopathische Kügelchen

Auch homöopathische Kügelchen können helfen, den Schleim zu lösen. Lass dich dazu in der Drogerie oder Apotheke beraten.

Viel Flüssigkeit

Ganz wichtig: Gib deinem Kind reichlich zu trinken (Babys von der Brust oder aus dem Fläschchen). Die Flüssigkeit löst ebenfalls den Schleim auf.

Finger weg von ätherischen Ölen

Was Erwachsenen bei verstopfter Nase guttut, ist für kleine Kinder und Babys tabu: ätherische Öle wie etwa Eukalyptusöl, Menthol oder Kampfer. Während die Öle uns beim Durchatmen helfen, können sie bei den Kleinen Reizungen und sogar Atemkrämpfe oder Atemnot verursachen.

Beobachte dein Kind

Tritt nebst Schnupfen und Erkältung auch Fieber (über 38 Grad Celsius) auf, solltest du unbedingt den Kinderarzt aufsuchen. Je jünger das Kind, umso eher. Zum Arzt gehen solltest du zudem, wenn dein Kind das Trinken verweigert oder sein Allgemeinzustand sich augenscheinlich verschlechtert.