Schneller schwanger werden – 7 Tipps damit es klappt

In jungen Jahren hat man oft bei der kleinsten Verhütungspanne Panik, dass man schwanger sein könnte. Und wenn dann irgendwann der Kinderwunsch da ist, ist man enttäuscht, wenn es nicht sofort klappt. Mit der richtigen Ernährung, Änderung von Lifestyle-Massnahmen und dem richtigen Timing kann der Traum vom Baby schneller in Erfüllung gehen.

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Besuch bei der Gynäkologin

Sobald du mit dem Gedanken spielst, schwanger zu werden, solltest du einen Termin bei der Frauenärztin vereinbaren. Dies ist wichtig, um deinen Röteln-Titer abzuklären. Bist du nicht gegen Röteln geimpft oder als Kind daran erkrankt, sollte die Impfung unbedingt nachgeholt werden. Denn wenn du dich während des ersten Schwangerschaftsdrittels mit Röteln infizierst, liegt das Risiko für Fehlbildungen beim Ungeborenen bei 50%.

Auch der Eisenwert sollte bereits vor der Schwangerschaft überprüft werden. Infolgedessen kann es in der Schwangerschaft zu einer Anämie (Blutarmut) kommen, die zu Wachstumsverzögerungen und Frühgeburten führen kann.

Zudem achtet die Frauenärztin darauf, ob unentdeckte Geschlechtskrankheiten  vorliegen, die für den Fötus gefährlich werden können oder zu Unfruchtbarkeit führen können.

Ausserdem wird sie dir empfehlen, ein Folsäure-Präparate einzunehmen, sofern der in der Schwangerschaft erhöhte Folsäure-Bedarf nicht durch die Ernährung gedeckt werden kann. Ein Mangel an Folsäure in der Frühschwangerschaft ist eine häufige Ursache von Neuralrohrdefekten. So werden in den USA seit 1998 Getreide mit Folsäure angereichert. Seitdem ist die Zahl der Neuralrohrdefekte bei Babys um 30% zurückgegangen.

Richtiger Zeitpunkt

Zwischen dem 9. und 16. Tag des Zyklus findet meist der Eisprung statt. Dies ist abhängig von der Länge und der Regelmässigkeit des Zyklus und kann ohne Hilfsmittel kaum genau bestimmt werden. Grob geschätzt kann man sagen, dass man von der durchschnittlichen Länge eines Zyklus 14 Tage abziehen kann. Da die Eizelle nur bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden kann, solltest du gerade in der Zeit um die fruchtbaren Tage möglichst alle zwei Tage Geschlechtsverkehr haben. Da Spermien etwa 3 bis 5 Tage überlebensfähig sind, kann entsprechend auch Sex, der vor dem Eisprung stattgefunden hat, für eine erfolgreiche Befruchtung sorgen.

Eine möglichst genaue Rechnung des Eisprungs gelingt mit speziellen Apps, Teststreifen oder Monitoren.  Neu in der Schweiz gibt es seit 2017 mit Ava ein Armband, das mehrere physiologische Parameter wie Hauttemperatur, Atemfrequenz und den Ruhepuls trackt. Dieses soll den Eisprung in Echtzeit erkennen.

Tipp: Es kann nicht schaden, auch an den übrigen Tagen regelmässig Sex zu haben. Denn dies wirkt sich positiv auf die Spermienqualität aus. Je häufiger, desto besser, gilt hierbei jedoch nicht. Denn mehrmals täglich Sex zu haben mindert die Sperma-Menge.

Gesunde Ernährung

Eine ausgewogene mediterrane Ernährung ist für unsere Gesundheit und damit auch für unsere Fruchtbarkeit wichtig – für Frauen genauso wie für Männer. Diese beinhaltet eine abwechslungsreiche  Mischung mit viel frischem Obst und Gemüse und gesunden Fetten aus Nüssen, Olivenöl sowie ab und zu Seefisch. Für Übergewichtige gilt: Klar, auch starkes Übergewicht kann die Fruchtbarkeit mindern. Bei Männern kann dies dazu führen, dass sie weniger Spermien produzieren, bei Frauen kann es die Eireifung und den Eisprung stören. Doch solltest du keineswegs Crash-Diäten durchführen, dies wirkt sich ebenfalls negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Lieber auf zucker- und fetthaltige Lebensmittel wie Softdrinks, Chips und Fertigpizzen verzichten und dafür auf sättigende vollwertige Nahrungsmittel setzen. So nimmst du langsamer, aber gesünder ab. Übrigens kann auch Untergewicht zu Zyklusstörungen führen und die Fruchtbarkeit herabsetzen.

Besuch beim Zahnarzt

Lass deine Zähne unbedingt noch vor der Schwangerschaft kontrollieren. Denn sollte der Zahnarzt Auffälligkeiten entdecken, kann er die Eingriffe problemlos noch vor der Schwangerschaft durchführen. Zu diesem Zeitpunkt musst du dir um Betäubungsspritzen, die etwaige Einnahme von Schmerzmitteln und auch Röntgenaufnahmen noch keine Sorgen machen.

Alkohol und Nikotin meiden

Hoher Alkoholkonsum kann bei Männern neben Potenzproblemen die Spermienbeweglichkeit vermindern. Bei Frauen kann es zu Zyklusstörungen kommen. Zudem kann Alkohol das Ungeborene bereits zu Beginn der Schwangerschaft schädigen – also zu einem Zeitpunkt, zu dem du möglicherweise noch gar nichts von der Schwangerschaft weist. Denn während der Embryonalphase entstehen bereits Organe und Körperteile. Ein sicherer Schutz könne entsprechend nur durch Alkohol-Abstinenz erreicht werden, so eine dänische Forscherin.

Auch Rauchen hat negativen Einfluss auf die Anzahl und Beweglichkeit der Spermien. Raucherinnen müssen im Schnitt doppelt so lange auf eine Schwangerschaft warten wie Nichtraucherinnen. Denn das Nikotin wirkt sich negativ auf die Eierstockfunktion aus. Können Frauen auch während der Schwangerschaft nicht mit dem Rauchen aufhören, ist das Risiko für Frühgeburten erhöht. Zudem kommen Babys von Raucherinnen oft mit geringerem Gewicht zur Welt.

Stress abbauen

Viele Kinder werden während der Ferien gezeugt. Der Grund: Man hat endlich Zeit für sich und ist entspannt. Klar ist es nicht so leicht, vom Arbeits- oder Prüfungsstress einfach abzuschalten. Sportliche Betätigung, zum Beispiel Joggen oder auch nur ein Spaziergang nach Feierabend, das Erlernen von Entspannungstechniken oder mehr Zeit für sich statt zusätzlicher Freizeitstress können dabei helfen.

Zudem setzen sich viele Paare einem regelrechten Zeugungsstress aus, sollte es nicht gleich beim ersten Mal klappen. Besonders wenn man im Freundeskreis herumerzählt hat, dass man «am Üben» sei für das Baby oder befreundete Paare ein Kind erwarten. Also: Lieber den Druck etwas rausnehmen und nichts von seinen Plänen erzählen.

Das richtige Mass an Sport

Bewegung ist ein effektiver Stresskiller, hilft beim Abbau von Fettpölsterchen und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Forscher haben zudem herausgefunden, dass eine Schwangerschaft infolge einer künstlichen Befruchtung öfter bei Frauen eintritt, die während der Behandlung moderat Sport getrieben haben. Darüber hinaus wurde in Studien nachgewiesen, dass sich massvolles Training bei Männern auch auf die Beweglichkeit, das Aussehen und die Anzahl ihrer Spermien positiv auswirkt.

Doch wenn Frauen zu häufig Sport treiben oder bis an die Erschöpfungsgrenze gehen, reduziert dies wiederum Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Auch beim Mann kann die Spermienqualität abnehmen, wenn bis an die Leistungsgrenze trainiert wird.

Und wenn die Schwangerschaft auf sich warten lässt?

Durchschnittlich braucht frau etwa vier Monate um schwanger zu werden. Bei 50% klappt es schon während der ersten drei Monate, in denen sie es versuchen; etwa ein Drittel wird während der ersten sechs Monate schwanger. Insgesamt werden 80 – 90% innerhalb eines Jahres schwanger. Wobei die Fruchtbarkeit bei Frauen ab 30 langsam, ab 35 stärker abnimmt. Ab 40 liegt die Chance innerhalb eines Jahres schwanger zu werden nur noch bei etwa 10%.

In etwa einem Drittel der Fälle liegt die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit bei der Frau, bei einem weiteren Drittel beim Mann und beim Rest liegt es an beiden Partnern. Klappt es innerhalb eines Jahres nicht mit der Schwangerschaft, solltest du –  gerade wenn du über 35 bist – eine reproduktionsmedizinische Beratung und Abklärung in Erwägung ziehen.