Sehen im digitalen Zeitalter

Trockene Augen und Kopfschmerzen sind mitunter täglich auftretende Symptome bei der Büroarbeit. Oft als Erschöpfung abgetan, vergessen viele, dass das eigentlich Alarmsignale sind, die vor langfristigen Gesundheitsschäden warnen. Wir zeigen dir, wie du deine Augen besser schützen kannst.

Risiko Bildschirmarbeit im Büro

Im Durchschnitt bewegst du allein in den 8 Stunden im Büro deine Augen und den Kopf 12.000 bis 33.000 Mal. Zusätzlich starrst du den ganzen Tag auch noch direkt in eine Lampe – Schwerstarbeit für die Augen, die das Tag für Tag über sich ergehen lassen müssen.

Bei der Arbeit am Bildschirm muss sich das Auge immer wieder binnen Sekunden an wechselnde Helligkeiten und Entfernungen anpassen sowie des Weiteren kleine Zeichen in mittlerer Entfernung scharf lesen. Das sind Anstrengungen, für die das menschliche Auge eigentlich nicht ausgelegt ist. Dazu kommt der konzentrierte, punktgenaue Blick auf den Monitor, der die Häufigkeit des Blinzelns verringert. Während du im Normalzustand 10-15 Mal pro Minute blinzelst, liegt der Durchschnitt am Bildschirm bei nur ein bis zwei Mal. Die Folgen erstrecken sich von leichten Kopfschmerzen über trockene Augen bis hin zu Augenentzündungen. Doch dabei bleibt es nicht. Die verstärkte Arbeit am Bildschirm kann sogar die Anfälligkeit für eine Kurzsichtigkeit stark erhöhen, eine Krankheit, die nicht nur das Auge schwächt, sondern bei der Hälfte der Betroffenen zu irreversiblen Sehbehinderungen führen kann.

Die Myopie-Welle kommt

In den letzten Jahren ist der Anteil kurzsichtiger Menschen europaweit gestiegen. Mitunter am stärksten betroffen sind die Digital Natives (25 bis 29 Jahre). Von ihnen braucht schon heute fast jeder zweite (47,2 Prozent) eine Brille. Von den heute 70-74-Jährigen sind es gerade einmal 13,4 Prozent.

In 50 Prozent der Fälle sind unsere Gene der entscheidende Faktor bei der Entwicklung einer Kurzsichtigkeit. Jedoch beobachten Forscher seit Jahren, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Myopie zu entwickeln, mit verstärkter Naharbeit ansteigt. Das spiegelt sich auch in den Studien wider. So sind zum Beispiel an Hochschulen, an denen viel Naharbeit erforderlich ist, 53 Prozent kurzsichtig. Unter den Menschen ohne Lehre oder Hochschulbildung sind es lediglich 24 Prozent. Problematisch ist das auch in den Schulen, denn mittlerweile braucht jedes dritte Schulkind in der Schweiz eine Brille.

Wie schaut es in der Zukunft aus?

Besonders im asiatischen Raum ist die Entwicklung der Myopie-Betroffenen weit fortgeschritten. Dort sind bereits heute 90 Prozent der Studenten kurzsichtig. Ein weiterer Anstieg von Kurzsichtigkeit ist jedoch in Zukunft auch in Europa zu erwarten. Voraussichtlich wird bis 2050 jeder zweite Mensch auf der Welt kurzsichtig sein. Im Vergleich zum Jahr 2000 wäre das ein Anstieg um über 25 Prozent. Aber es gibt auch Wege, durch die du dich und deine Augen schützen kannst.

Wie kannst du deine Augen schützen?

Die Auswirkungen einer Myopie bleiben ein Leben lang. Umso wichtiger ist es für Menschen, die viel Naharbeit leisten, ihren Augen eine kleine Pause zu gönnen. Die folgenden Tipps können dir dabei helfen, deine Augen zu entlasten und so unangenehme Symptome zu vermeiden.

Bewusstes Blinzeln kann eine erste Entlastung für die Augen darstellen

Regelmässiges Blinzeln ist hilfreich, um die Augenoberfläche mit einem gleichmässigen Tränenfilm zu benetzen. Damit kannst du besonders beim Arbeiten am Bildschirm im Büro trockene Augen vorbeugen. Eine noch bessere Möglichkeit, besteht darin, seine Augen einfach für eine kurze Weile zu schliessen. Wenn du einmal pro Stunde deine Augen für 15 bis 30 Sekunden schliesst, kann sich die Tränenflüssigkeit wieder überall verteilen und ist so ausreichend befeuchtet.

Falls du doch mal mehr Zeit zur Verfügung hast, solltest du «Palmieren». Dafür schliesst du einfach für zwei bis drei Minuten die Augen und legst deine Handflächen über deine Augen. So werden die Augen ausreichend befeuchtet und dank der Abdunklung und Wärme der Hände können sich die Augen erholen.

Die optimale Entspannung durch Augenyoga

Durch regelmässiges und achtsames Training der Augenmuskeln können unsere Augen und unser Nervensystem gestärkt werden. Wie funktioniert das? Du kannst zum Beispiel ganz einfach verschiedene Punkte in näherer und weiterer Entfernung fokussieren. In Verbindung mit einer ruhigen, gleichmässigen Atmung können so die Augen trainiert werden. Auch bei der Arbeit ist das ganz einfach umzusetzen. Schau einfach vom Monitor weg und fixiere dich auf einen Punkt in der Ferne.

In den USA gibt es dafür auch die beliebte 20-20-20 Methode. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Nach 20 Minuten Bildschirmarbeit schaust du ein Objekt, dass 20 Fuss (ungefähr 6 Meter) entfernt ist, für 20 Sekunden an.

Mehr Tipps findest du hier.