Sonnenallergie: Symptome und Behandlung

Reagiert deine Haut überempfindlich auf die Sonne und sind Pickel, Pusteln oder Hautrötungen die Folge? Dann steckt vielleicht eine Sonnenallergie dahinter. Erfahre, welche Massnahmen vorbeugend helfen und welche Mittel bei akuten Symptomen rasche Linderung bringen.

Catherina Bernaschina

Sonnenallergie

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Es ist Sommer und wir können endlich wieder Haut zeigen. Umso unangenehmer ist es, wenn die Haut mit einem Ausschlag auf die ersten Sonnenstrahlen reagiert: Fleckige Rötungen oder mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf dem Dekolleté, am Rücken, am Bauch und an den Armen (jedoch kaum im Gesicht): So präsentiert sich die polymorphe Lichtdermatose, besser bekannt als Sonnenallergie. Alljährlich tritt diese bei rund einem Fünftel der Schweizer Bevölkerung auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Besonders oft tritt die Sonnenallergie bei Kindern sowie bei hellhäutigen Erwachsenen im jungen bis mittleren Alter auf.

Ursache unbekannt

Die genaue Ursache der Sonnenallergie ist nicht abschliessend geklärt. Forscher nehmen an, dass das Sonnenlicht einen entscheidenden Faktor spielt, wobei eine körpereigene Substanz aus ungeklärten Gründen eine Reaktion mit der UVA-Strahlung eingeht. Vermutet werden Allergene oder freie Radikale. Im Grunde genommen handelt es sich bei einer Sonnenallergie meist gar nicht um eine richtige Allergie. Viel eher umfasst der Begriff verschiedene Erkrankungen, denen gemein ist, dass der natürliche Schutzmechanismus des Körpers bei UV-Strahlen nicht funktioniert und dadurch eine Überreaktion der Haut bzw. des Immunsystems ausgelöst wird.

Symptome

Manchmal ist eine Sonnenallergie nur ein optisches Problem. Oft brennen oder jucken die Pickel, Hautrötungen oder Bläschen jedoch. Auch örtlich begrenzte Schwellungen sind möglich. Die Symptome einer Polymorphen Lichtdermatose können individuell sehr verschieden sein, daher der Zusatz polymorph (=vielseitig). Die Symptome zeigen sich in der Regel wenige Stunden bis Tage nach der Sonnenbestrahlung und verschwinden bei Vermeidung einer weiteren Sonnenexposition nach ein paar Tagen, ohne Narben zu hinterlassen – sofern man die Pickelchen nicht ausdrückt.

Sonnenschutzmassnahmen

Die wirksamste Massnahme gegen den «Übeltäter» Sonne – man kann es nicht oft genug sagen – ist ein ausreichender Sonnenschutz. Reagiert deine Haut empfindlich auf die Sonne, solltest du dir eine qualitativ hochwertige Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) entsprechend deines Hauttyps zutun. Du kannst deine Haut zusätzlich durch angemessene Bekleidung, sprich wenig lichtdurchlässiges Material, Kopfbedeckung, und Sonnenbrille schützen, um die UV-Strahlen bestmöglich von deiner Haut fernzuhalten. Auch Kleinkinder sollten mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF 50+) eingecremt werden, bevor sie an die Sonne gehen. Babys hingegen sollten im ersten Lebensjahr die pralle Sonne ganz meiden.

Haut von innen vorbereiten

Eine Sonnenallergie ist leider nicht heilbar. Bei vielen Erwachsenen gewöhnt sich die Haut jedoch im Lauf der Zeit an die Sonne und die Symptome verschwinden allmählich wieder. Diese langsame Gewöhnung an die Sonneneinstrahlung kannst du zusätzlich unterstützen, indem du deine Haut von innen auf die Sonne vorbereitest. Die Vitamine C, E sowie Beta-Carotin haben eine zellschützende Wirkung und zählen zu den sogenannten Radikalfängern. Sie kommen besonders in Obst und Gemüse vor. Beta-Carotin gibt es auch in Kapselform. Auch Calcium wirkt schützend. Es stabilisiert die Zellwände und senkt somit die Ausschüttung von Histamin, welches allergische Hautreaktionen hervorrufen kann. Kombinierst du Vitamin C, E, Beta-Carotin und Calcium, erzielst du eine noch stärkere Schutzwirkung. Durch das Sonnenlicht können auch bestimmte Bakterien auf der Haut irritierende Stoffe produzieren. Dagegen helfen probiotische, antibakteriell wirkende Lebensmittel wie beispielsweise probiotische Joghurts.

Sonnenallergie behandeln

Im Akutfall stehen dir verschiedene Behandlungsoptionen zur Auswahl. Kühle die betroffene Hautpartie und trage eine feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion auf. Zur Linderung der juckenden, brennenden Stellen kannst du beispielsweise eine entzündungshemmende Salbe verwenden. Bewährt hat sich der Wirkstoff Hydrokortison mit seinen entzündungshemmenden, juckreizstillenden und antiallergischen Eigenschaften. Bei schweren Symptomen können leichte Kortikosteroide in Tablettenform vom Arzt verschrieben werden. Auch ein Antihistaminikum (Tropfen, Dragees, Tabletten oder Saft) kann gegebenenfalls zur erhofften Besserung führen, aber ebenso vorbeugend wirken. Es verhindert juckreiz- und entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper. Lass dich auf alle Fälle vor der Verwendung eines Arzneimittels vom Arzt oder in der Apotheke beraten.