Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Wenn Sommer, Sonne und Ferien locken, wird auch das Thema Sonnenbrand leider bei vielen wieder aktuell. Ob du nun in der Sonne eingenickt bist oder einfach die Sonnenintensivität unterschätzt hast: Bei einem Sonnenbrand ist schnelles Handeln angesagt. Mit unseren SOS-Tipps kannst du die grössten Schäden in letzter Minute noch abwenden.

Catherina Bernaschina

Sonnenbrand

© Dmytro Dudchenko, de.123rf.com

Mit einem Sonnenbrand ist nicht zu spassen. Vorübergehende Symptome wie gerötete, schmerzende und teils juckende Haut sind nur das eine Problem. Übertriebener Sonnenkonsum kann aber auch zu frühzeitiger Hautalterung, Pigmentstörungen und im schlimmsten Fall noch Jahre später zu Hautkrebs führen. Ein Sonnenbrand hinterlässt zwar nur selten sichtbaren Spuren. Durch die UV-Strahlung der Sonne kann aber die DNA der Hautzellen mutieren, wodurch sich Tumore bilden. Damit es erst gar nicht so weit kommt, solltest du immer für ausreichenden Sonnenschutz sorgen. Bekommst du doch einmal zu viel Sonne ab, gibt es ein paar wichtige Massnahmen, um gegen die akuten Schmerzen, aber auch gegen die Spätfolgen der Verbrennungen vorzugehen.

Massnahme 1: Inneren Brand aufhalten

Der Sonnenbrand ist ein Alarmzeichen dafür, dass deine Haut tief im Gewebe geschädigt wurde. Indem du die Verbrennung rechtzeitig und korrekt behandelst, kannst du die unmittelbare Wirkung der UV-Strahlen abdämpfen und den akuten Schmerz lindern. Denk daran: Ein Sonnenbrand kündigt sich oftmals zeitverzögert an, tritt also erst Stunden nach der Sonnenexposition auf und erreicht seinen Höhepunkt etwa 12 bis 24 Stunden später. Bemerkst du, dass sich bei dir ein Sonnenbrand anbahnt, solltest du rasch handeln, um eine grösstmögliche Wirkung zu erzielen: Begib dich aus dem direkten Sonnenlicht und nimm umgehend zwei Aspirin-Tabletten gleichzeitig ein, sprich 1000 mg des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure (ASS). Die Acetylsalicylsäure (Aspirin®) gehört zu den wichtigsten nicht-steroidalen Entzündungshemmern. «Der akute Sonnenbrand ist eine Entzündung. Demzufolge können Entzündungshemmer – steroidal oder nicht-steroidal – helfen», bestätigt Dr. med. Erich E. Küng, FA Dermatologie ret. ASS begrenzt den Entzündungsherd im Gewebe und vermeidet weitere Zellschäden, indem sie die sogenannten Prostaglandine hemmt, die für die Entzündung verantwortlich sind.

Massnahme 2: Hautstellen kühlen

Die nächste unmittelbare Hilfsmassnahme ist das Kühlen der sonnenverbrannten Haut. Stell dich dazu fünf bis zehn Minuten unter die kalte Dusche und trockne dich danach vorsichtig ab. Du kannst die betroffenen Hautstellen auch mit kühlen Wickeln aus nassen Leintüchern versorgen. Die Kälte lindert den Schmerz, wirkt entzündungshemmend und begrenzt das Ausmass der akuten Hautentzündung. Auf keinen Fall solltest du Eis oder Coolpacks direkt auf die Rötung auflegen, da du damit lokale Erfrierungen riskieren würdest.

Massnahme 3: After-Sun-Lotionen oder kühlende Gels

Schmerzt und spannt die sonnenverbrannte Haut, helfen kühlende (Hydro-)Gels und milde Lotionen mit feuchtigkeitsspendenden Substanzen wie Aloe Vera, Allantoin, Harnstoff (Urea) oder Pantothenol. After-Sun-Produkte enthalten in der Regel einen dieser Stoffe und unterstützen die gerötete, strapazierte Haut bei der Wundheilung. Inhaltsstoffe wie Flavonoide oder Glycerin haben ebenfalls eine hautberuhigende Wirkung. Leichte bis mittlere Sonnenbrände kannst du auch mit speziellen kühlenden, juckreizlindernden Gels behandeln, die in der Apotheke erhältlich sind. Am besten hältst du immer ein Brand- und Wundgel in deiner Haus- und Reiseapotheke griffbereit. Solltest du Hausmittel bevorzugen, kannst du die geröteten Hautstellen mit Naturjoghurt oder mit Quark behandeln. Diese Milchprodukte spenden der geschädigten Haut Feuchtigkeit und wirken zugleich kühlend und entzündungshemmend. Was After-Sun-Lotionen nicht verhindern können, sind Falten sowie das Schuppen und Schälen der Haut, was übrigens ein natürlicher Vorgang zur Befreiung von Zellen mit erhöhtem Krebsrisiko ist.

Massnahmen bei starkem Sonnenbrand

Bei Verbrennungen ersten Grades kommt es typischerweise zu Symptomen wie schmerzhafte Hautrötungen, Juckreiz und Schwellungen. Apotheker empfehlen in solchen Fällen auch rezeptfreie Präparate mit dem Wirkstoff Hydrocortisonacetat. Geht der Sonnenbrand in eine Verbrennung 2. Grades über, kommt es zusätzlich zu den genannten Symptomen zur Bläschenbildung bzw. zu Brandblasen und grossen Schmerzen.  Bei solch grossflächigen Sonnenbränden empfehlen wir dir den Gang zum Arzt sowie die Verwendung von entzündungshemmenden, rezeptpflichtigen Präparaten. Der Arzt kann z.B. ein Präparat mit nichtsteroidalen Antiphlogistika verschreiben. Dieser Wirkstoff lässt die Entzündung schneller abheilen. Bei Babys und Kleinkinder sollte bei einem Sonnenbrand immer ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem Sonnenbrand dritten Grades (weitgehende Zerstörung und Ablösung der Oberhaut) ist die Behandlung in einem Krankenhaus erforderlich. Ein Sonnenbrand klingt für gewöhnlich nach etwa drei Tagen ab. Solange solltest du unbedingt die Sonne meiden, um die bereits angeschlagene Haut nicht weiter zu schädigen. Bei stärkeren Verbrennungen kann die vom Arzt verordnete Sonnenpause auch deutlich länger ausfallen.