Schwanger? Schütz dich vor Toxoplasmose!

Das Thema «Toxoplasmose» beschäftigt viele Schwangere. Die Infektionskrankheit wird zum Gesundheitsrisiko für das Ungeborene, sofern die Mutter nicht immun gegen den Erreger ist. Erfahre, wo die Toxoplasmose-Parasiten lauern und wie du dein Kind und dich vor ihnen schützen kannst.

Catherina Bernaschina

Toxoplasmose

© Wouter Tolenaars, shutterstock.com

Ansteckung

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über infizierte Katzen. Sie scheiden Vorstadien des Parasiten mit ihrem Kot aus. Diese gelangen dann über Tierfutter in andere Tiere, wo sie sich weiter vermehren. Wir Menschen stecken uns hauptsächlich aufgrund des Konsums von rohem oder ungenügend gekochtem Fleisch an.

Krankheitsverlauf und Risiken

Bei Erwachsenen und Kindern mit intaktem Immunsystem verläuft die Erkrankung im Normalfall unbemerkt. Hat man die Krankheit einmal durchgemacht oder Kontakt mit dem Parasiten gehabt, ist man immun gegen eine Neuansteckung. Erkrankt jedoch eine Frau während der Schwangerschaft zum ersten Mal an Toxoplasmose, kann dies schwerwiegende Folgen für das Ungeborene haben: Es kann zu einer Fehlgeburt, aber auch zu schweren Entwicklungsstörungen und Missbildungen kommen. In der Schweiz ist rund ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter immun gegen Toxoplasmose.* Von den zwei Dritteln, die infektionsgefährdet sind, erleidet zwar nur ein geringer Prozentsatz eine Toxoplasmose in der Schwangerschaft: Auf jährlich 73’000 Schwangere kommen ca. 130 Erkrankungen.** Aufgrund der verheerenden Risiken für das Kind ist jedoch jede Ansteckung eine zu viel.

Behandlung

Gegen die Infektionskrankheit existiert keine Impfung. Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine Antikörper-Untersuchung zu machen, um eine mögliche Immunität nachzuweisen. Ebenso lässt sich im Blut feststellen, ob man sich gerade frisch mit Toxoplasmose angesteckt hat. Bei Verdacht auf eine frische Toxoplasmose-Infektion werden Schwangere mit Antibiotika behandelt. Auch für das Ungeborene bestehen Behandlungsmöglichkeiten, falls es zur Übertragung des mütterlichen Infekts gekommen ist.

Infektionsquellen

Um in der Schwangerschaft auf Nummer sicher zu gehen, solltest du dich vor möglichen Infektionsquellen schützen. Zu diesen gehören:

Katzen: Sie sind der genetisch ideale Endwirt für den Parasiten. In ihnen kann er sich bis in vermehrungsfähige Stadien entwickeln. Die Ansteckung der Katze erfolgt beim Mäusejagen und Essen von infiziertem Rohfleisch. Deshalb solltest du deine Hauskatze nie mit rohem Fleisch füttern. In der Regel stecken sich vor allem jüngere Katzen mit Toxoplasmose an. Ob deine Katze Toxoplasmen über ihre Exkremente ausscheidet, kann dein Tierarzt prüfen (und behandeln). Wasche dir vorsichtshalber nach jedem Kontakt mit Katzen immer gründlich die Hände. Denn Toxoplasmoseparasiten können im Fell von Katzen wochenlang infektiös bleiben.

Das Katzenklo: Schwangere mit Katzen im Haushalt sollten einige wichtige Hygieneregeln berücksichtigen. Dazu gehört, das Katzenkistchen täglich zu reinigen. Am besten sollte ein Mitbewohner diese Arbeit übernehmen. Ist dies nicht möglich, achte darauf, dass du beim Reinigen Gummihandschuhe trägst. Wasche dir danach stets gründlich die Hände. Auch in der Gartenerde – der «natürlichen Toilette» der Katzen – lauert die Ansteckungsgefahr. Trage deshalb bei Gartenarbeiten vorsorglich immer Handschuhe und wasche dir die Hände gründlich nach getaner Arbeit. Auch Gemüse, Salat und Früchte solltest du immer gut abwaschen. Es kann sein, dass die Lebensmittel mit Katzenkot verunreinigt sind.

Rohes Fleisch: Der häufigste Übertragungsweg ist der Verzehr von rohem oder zu wenig gegartem Fleisch. Über die Erde gelangen die Toxoplasmoseparasiten auf Nutztiere, wo sie infektiöse Stadien, sogenannte Gewebezysten in der Muskulatur bilden. Wenn eine Untersuchung während deiner Schwangerschaft ergibt, dass du gegen die sonst harmlose Toxoplasmose nicht immun bist, solltest du rohe Wurst- und Fleischwaren vom Speiseplan streichen. Dazu gehören etwa Tatar, Carpaccio, Salami, Rohschinken und Pökelfleisch. Um dich vor der Infektionskrankheit zu schützen, solltest du zudem folgende Tipps beachten:

  • Decke kleine Hautrisse oder -wunden an deinen Händen gut ab, bevor du das Fleisch zubereitest.
  • Berühre beim Umgang mit rohem Fleisch nicht den Mund oder deine Augen.
  • Lasse Fleisch nach dem Einkauf nicht herumliegen, sondern lege es sofort in den Kühl- oder Tiefkühlschrank. Hackfleisch solltest du innert 24 Stunden konsumieren.
  • Verhindere das Auslaufen von Fleischsaft.
  • Reinige deine Küchengeräte und Schneidbretter nach der Verarbeitung des Fleischs gründlich und trockne sie danach mit Haushaltspapier ab.
  • Brate das Fleisch immer gut durch. Dies gilt vor allem für Lamm, Schwein, Geflügel und Hackfleisch.
  • Wasche Küchenputzlappen und Geschirrtücher bei mindestens 60°C
  • Taue deinen Kühlschrank regelmässig ab und säubere ihn gründlich.

* Bundesamt für Gesundheit (BAG)

** www.swissmom.ch