Was bei trockenen Händen hilft

Mit der kalten Jahreszeit werden unsere Hände trockener und rissiger. Die Kälte und die trockene Heizungsluft setzen ihnen zu. In manchen Fällen kann es sogar zu Entzündungen kommen. Damit die Hände auch im Winter samtweich bleiben, brauchen sie die richtige Pflege. Was diese beinhaltet, erfährst du hier.

Catherina Bernaschina

Trockene Hände

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Die Haut unserer Hände leidet im Winter besonders. Sie ist trockener, rissiger und empfindlicher. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann bisweilen auch sehr schmerzhaft sein. Denn zu den spröden Händen gesellen sich oft auch eingerissene Fingernägel sowie rissige Hautstellen am Nagelrand und an den Fingerkuppen. Über diese offenen Stellen können Schadstoffe in die Haut gelangen und zu Entzündungen führen.

Die Ursachen

Die kalte, trockene Luft im Freien sowie die trockene Heizungsluft in den Innenräumen strapazieren unsere Haut. Denn beides entzieht ihr Feuchtigkeit. Zudem schwitzen wir im Winter weniger, weshalb unser Durstgefühl verringert ist. Die Folge: Die Haut trocknet aus, spannt und wirkt faltiger. Das natürliche Hautgleichgewicht und die Barrierefunktion sind gestört. Dazu kommt, dass unser Körper die Talgdrüsenproduktion der Haut bei kalten Temperaturen herunterfährt. Dadurch wird die Haut weniger gefettet und bekommt Risse. Manchmal kann sie auch jucken. Sind die Risse einmal da, regeneriert sich die Haut nur sehr langsam. Das Einzige, das hilft, ist die richtige Pflege.

Hautschutz und Flüssigkeitszufuhr

Um deine Hände zu schonen und auf die kalte Saison vorzubereiten, solltest du ein paar vorbeugende Massnahmen berücksichtigen. Die erste lautet «Hände richtig waschen». Häufiges Händewaschen mit Seife beugt zwar Infektionen vor. Allerdings wird dadurch auch die obere Hornschicht der Haut aufgeweicht und der Säureschutzmantel gestört. Wasch deine Hände am besten mit lauwarmem Wasser und mit einer pH-neutralen Flüssigseife (pH 5 oder 5,5) und creme sie nach dem Waschen regelmässig mit einer feuchtigkeitsspendenden Handcreme ein. Denk daran, genügend zu trinken, damit deine Haut von innen ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird. Zudem solltest du Handschuhe anziehen, wenn du nach draussen gehst. So schützt du deine Hände vor der Kälte und vor dem Austrocknen.

Geeignete Pflegemittel für raue Winterhaut

Deine Haut braucht im Winter eine fettreichere Pflege als im Sommer. Für einen ausgeglichenen Fett- und Wasserhaushalt helfen feuchtigkeitsspendende und fettreiche Cremes. Dabei gilt: Je trockener deine Haut, desto fettreicher sollte das Pflegeprodukt sein. Eine gute Wahl, um die Haut tagsüber zu schützen, sind wasserabweisende Wasser-in-Öl-Emulsionen. Auch rein fetthaltige Cremes wie Vaseline oder Pflegemittel, zum Beispiel mit Oliven- oder Nachtkerzenöl, eignen sich gut zur täglichen Handpflege. Denn Hautöle sowie fettreiche Kälteschutzcremes bilden eine dünne Schutz- und Isolationsschicht auf der Haut. Mach es dir zur Gewohnheit, die Handcreme mehrfach am Tag aufzutragen – am besten nach jedem Händewaschen.

Harnstoff und Vitamine für die Regeneration

Abends empfiehlt sich eine regenerative Creme mit Feuchtigkeitsfaktoren wie Glycerol oder Urea. Der Inhaltsstoff Urea ist ein Harnstoff, der heutzutage synthetisch hergestellt wird und dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit in der Haut bleibt. Urea lässt sich nicht nur für trockene Hände, sondern ebenfalls bei beanspruchten, rauen Füssen einsetzen. Auch Vitamin-C- und Vitamin-E-haltige Pflegecremes wirken unterstützend bei trockener, rissiger Haut, da sie den Erneuerungsprozess der Hautzellen aktivieren. Dann gibt es noch Handpflegeprodukte mit dem Wirkstoff Dexpanthenol. Dieser Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamine besitzt die Eigenschaft, wundheilungsfördernd, feuchtigkeitsspendend und beruhigend zu sein. Lass dich in einer Apotheke oder Drogerie beraten, welches Handpflegemittel für dich am besten geeignet ist.

Natürliche Mittel

Nebst Olivenöl und Nachtkerzenöl gibt es noch viele weitere natürliche Produkte, die sich zur Pflege von trockenen Händen eignen. Dazu gehören etwa Sheabutter, Kokosöl, Mandelöl und Aloe-vera-Gel. Die Öle kannst du direkt einmassieren oder auch mit einer gewöhnlichen Handcreme anrühren und danach einreiben bis deine Haut sie absorbiert hat. Ein weiteres wirksames Mittel ist es, eine reife Avocado zu zerdrücken, die Hände damit einzupacken und ca. 10 bis 15 Minuten einziehen zu lassen.

Wenn das Problem anhält

Wenn deine Beschwerden fortbestehen oder immer wiederkehren, solltest du sie von einem Arzt untersuchen lassen. Denn sich schuppende, rissige sowie juckende Hände mit entzündeten Hautstellen können auch ein Hinweis auf eine Hautkrankheit wie Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) sein. Auch eine Allergie könnte sich dahinter verbergen.