Was hilft bei Venenproblemen?

In der warmen Jahreszeit werden sie wieder sichtbar: Krampfadern, von denen etwa jede zweite Frau und jeder vierte Mann in der Schweiz im Laufe des Lebens betroffen sind. Auch mit schweren Beinen plagen sich jetzt wieder viele von uns. Wir stellen Dir die effektivsten Venen-Therapien vor.

Venenprobleme

© Dmitriy Shironosov, de.123rf.com

Im Sommer kommt wieder die Zeit der Shorts und kurzen Kleider. Leider bringen diese mitunter ungeliebte Störenfriede ans Licht: blaue Flecken, Besenreiser und Krampfadern. Krampfadern, von Ärzten Varizen genannt, sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern können handfeste Beschwerden verursachen: von schweren, geschwollenen und schmerzenden Beinen bis hin zu Venenentzündungen und – im Extremfall – sogar lebensbedrohlichen Thrombosen. Wer unter spürbaren Venenbeschwerden leidet, sollte diese daher abklären lassen. Mithilfe der Duplex-Sonografie, einer speziellen, schmerzfreien Ultraschall-Untersuchung, kann der Arzt kranke Adern sicher erkennen.

So entstehen Krampfadern und Besenreiser

Varizen entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schliessen, die in Zusammenarbeit mit der Muskelpumpe für den Rückfluss des Blutes von den Beinen zum Herzen sorgen. Das absackende Blut überlastet in den Beinen die Gefässe und dehnt die Adern aus. Wegen des ständigen Überdrucks verlieren diese an Elastizität, was zur Bildung von Besenreisern und Krampfadern führen kann. Ob man Venenprobleme bekommt oder nicht, ist vor allem eine Frage der Genetik, denn die Hauptursache ist eine vererbte Bindegewebsschwäche der Venenwand. Aber auch hormonelle Einflüsse während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können eine Rolle spielen. Hinzu kommen lebensstilbezogene Faktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung, ständiges Tragen hoher Absätze sowie Stehberufe.

Neue Therapien

Die klassische Methode, um Krampfadern zu entfernen, ist das sogenannte Stripping. Dabei werden unter Vollnarkose die kaputten Venen durch winzige Hautöffnungen herausgezogen und entfernt. Danach müssen rund sechs Wochen lang Kompressionsstrümpfe getragen werden und die Arbeitsfähigkeit ist eine Weile eingeschränkt. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich deshalb die neueren, endovenösen (nur im Gefässinnern erfolgenden) Krampfader-Therapien. Ihre Vorteile gegenüber dem Stripping: Der Eingriff ist weniger belastend, weil er ohne Vollnarkose und in der Regel ambulant erfolgt. Zudem bleibt die Haut unversehrt und der/die Behandelte kann schon am nächsten Tag wieder arbeiten. Bei den endovenösen Verfahren werden die erkrankten Venen mittels Hitze (durch Laser oder Radiowellen) ausgeschaltet. Eine weitere Methode ist die Schaumverödung, die sich besonders für wiederkehrende Krampfadern (Rezidiv-Varizen) eignet. Dabei spritzt der Arzt durch eine feine Kanüle einen Spezialschaum in die Krampfader, der das Blut verdrängt und die Vene nachhaltig verklebt.

Hilfe bei schweren Beinen

Bei schweren Beinen und Schwellungen ist auch die Anwendung spezieller Cremes und Gels sinnvoll. Sie haben eine schmerzlindernde Wirkung und meist auch einen angenehm kühlenden Effekt. Sie enthalten Substanzen, die entzündungshemmend wirken und die Regenerations-fähigkeit des Gewebes verbessern. Manche Präparate beugen auch der Bildung von Blutgerinnseln in oberflächennahen Gefässen vor und beschleunigen den Abbau von Blutergüssen und Schwellungen.

So kommen deine Beine gut durch die warme Jahreszeit

Damit Venenbeschwerden erst gar nicht auftreten, kannst du selber einiges beitragen. Die wichtigste Regel lautet: Bewege dich so viel wie möglich! Denn damit unterstützt du den Abfluss des Blutes.

Tipp Nr. 1: Treibe Sport!
Bei folgenden Disziplinen wird durch An- und Entspannung der Beinmuskulatur die Muskelpumpe besonders gut angeregt: Velofahren, Jogging und Schwimmen.

Tipp Nr. 2: Wassergüsse
Der berühmte Knieguss nach Sebastian Kneipp, das sogenannte Kneippen, ist ideal bei Durchblutungsstörungen und Krampfadern und auch bei Bluthochdruck gut verträglich. So geht’s: Am Ende des Duschens das Wasser ganz auf Kalt stellen. Dann an der Aussenseite des einen Beines den Strahl langsam nach oben führen, bis eine Handbreite über das Knie. Auf dieser Höhe einige Sekunden lang das Wasser wie einen Mantel um das ganze Bein herum abfliessen lassen, anschliessend auf der Innenseite wieder abwärts. Diese Prozedur an beiden Beinen zweimal wiederholen.

Tipp Nr. 3: Beine hoch!
Lege deine Füsse immer wieder hoch. Das dient nicht nur der Entspannung: Regelmässiges Hochlagern der Beine entstaut die Venen!