Was tun bei Herz-Kreislauf-Beschwerden

Kaum jemand, der nicht weiss, wie sich Schwindel, Herzklopfen, ein Schwächegefühl oder innere Unruhe anfühlt: Herz-Kreislauf-Beschwerden zeigen sich nicht nur vielfältig, sondern sie können auch unterschiedlichste Ursachen haben.

Kreislauf

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Probleme mit dem Kreislauf kommen häufig vor. Sie können sich in Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, einem Schwächegefühl, Schwarzwerden vor Augen oder einer verschwommenen Sicht bis hin zu Tunnelsicht äussern. Aber auch Herzklopfen, Übelkeit oder Schweissausbrüche wie auch das Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren, können auf Probleme im Kreislauf hin-deuten. Ursache dafür ist häufig ein zu niedriger Blutdruck. Dieser ist an sich keine Krankheit und deshalb in vielen Fällen harmlos. Oft ist er durch Körperbau (vor allem grosse, dünne Menschen), Schwangerschaft oder Wachstum bedingt. Manche Menschen haben eine besondere Art des niedrigen Blutdrucks: Ihr Blut sackt in die Beine ab, wenn sie allzu schnell aufstehen. Um einen Kreislaufkollaps zu vermeiden, sollten sie deshalb langsam aufstehen. Allerdings können auch längere Bettlägerigkeit oder hohe Temperaturen in niedrigem Blutdruck resultieren. Genauso können etwa Medikamente, Infektionen oder ein starker Verlust von Flüssigkeit den Blutdruck sinken lassen. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine Unterfunktion der Schilddrüse wie auch weitere Krankheiten können sich in einem niedrigen Blutdruck spiegeln.

Gene, Stress und Alkohol

Allein in der Schweiz ist jeder Vierte von Bluthochdruck betroffen. Doch für gewöhnlich spürt man keine Symptome. Das schützt aber leider nicht vor den Folgen: Über längere Zeit kann hoher Blutdruck Herz, Blutgefässe sowie andere Organe schädigen. Dies zeigt sich etwa in einem bis zu zehnfach höheren Risiko für einen Herzinfarkt oder Hirnschlag. In der Folge können sich auch Krankheiten wie Herzschwäche, Niereninsuffizienz, Durchblutungsstörungen in den Beinen oder eine Sehschwäche entwickeln. So steuert Bluthochdruck also auch zur Entstehung der häufigsten Todesursachen in der Schweiz bei. Die Ursache von hohem Blutdruck kann häufig nicht festgestellt werden. Allerdings können verschiedene Faktoren dazu beitragen: Leiden beide Eltern an erhöhtem Blutdruck, entwickeln deren Kinder später häufiger auch Bluthochdruck. Im Alter kann der Blutdruck ebenso ansteigen wie durch einen hohen Salzkonsum. Ausserdem können Stresshormone die Entstehung von Bluthochdruck fördern. Werden die Gefässe, etwa wegen mangelnder Bewegung, vernachlässigt, riskiert man ebenfalls einen erhöhten Blutdruckwert. Schliesslich kann auch Risikoverhalten wie Rauchen oder vermehrter Alkoholkonsum den Blutdruck anheben. Zudem gibt es Erkrankungen, die einen erhöhenden Einfluss auf den Blutdruck haben. Und auch Medikamente können als Nebenwirkung den Blutdruck in die Höhe treiben.

Kreislauf stärken, aktiv werden

Um den Kreislauf morgens in Schwung zu bringen, empfiehlt sich, noch im Liegen die Füsse auf und ab zu bewegen. Das regt die Blutzirkulation in den Beinen an und unterstützt damit den Transport des Bluts in den Venen. Nach dem Aufstehen empfehlen sich wechselwarme Duschen oder Kaltwassergüsse nach Kneipp. Allgemein vermindert Bewegung Kreislaufbeschwerden und kann sie vorbeugen. So stabilisiert beispielsweise regelmässiger Kraft- und/oder Ausdauersport den Blutdruck. Vorsicht allerdings bei Bluthochdruck: Ein allzu intensives Sportprogramm kann sich hier negativ auswirken. Klär am besten vorher mit einer ärztlichen Fachperson ab, was sich für dich am besten eignet. Übergewicht, Nikotin und Alkohol können dem Herz-Kreislauf-System schaden und den Blutdruck weiter erhöhen: Tu dir also etwas Gutes, dämme den Alkoholkonsum ein, befreie dich von der Last der Zigaretten, und gehe Übergewicht an. Sorge für eine gesündere Art der Entspannung – nicht nur deine Gesundheit wird es dir danken. Gerade über die Ernährung kann man das Herz-Kreislauf-System stärken. So tragen beispielsweise Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zu einer normalen Herzfunktion bei. In unseren Breitengraden nehmen wir meist genügend Omega-6-Fettsäuren auf. Sie finden sich etwa in Fleisch, Eiern oder Milchprodukten. Omega-3-Fettsäuren können wir durch fetten Fisch (Makrele, Hering, Sardelle, Lachs, ein- bis zweimal wöchentlich) aufnehmen. Ist dies nicht möglich, können Nahrungsergänzungsmittel eine Alternative bieten. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei Bluthochdruck, vermehrt Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte zu sich zu nehmen. Sie liefern reichlich Nahrungsfasern, Mineralstoffe und Vitamine. Milchprodukte versorgen den Körper zudem mit Kalzium: Eine optimale Kalziumzufuhr kann das Risiko eines erhöhten Blutdrucks reduzieren.