Raus aus dem Winterblues!

Wenn die Tage kurz sind und es draussen kalt und grau ist, schlägt dies vielen Menschen auf das Gemüt. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit sind typische Symptome des sogenannten Winterblues. Wie es zum winterlichen Stimmungstief kommt und was dagegen hilft, erfährst du hier.

Catherina Bernaschina

Winterblues

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Fühlst du dich im Winter besonders müde und antriebslos? Dann gehörst du vielleicht zu den vielen Menschen, die in den kalten Monaten in ein Stimmungstief fallen. Ungefähr 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung sind vom sogenannten Winterblues betroffen. Dabei handelt es sich um eine leichtere Variante der saisonal bedingten Depression (SAD). Der Winterblues ist vor allem in der nördlichen Hemisphäre aufgrund der Lichtverhältnisse ein bekanntes Phänomen. Davon Betroffene sind zwar nicht eigentlich depressiv – das Stimmungstief ist von vorübergehender Natur und spätestens im Frühling in der Regel wieder überstanden. Viele Symptome weisen jedoch Ähnlichkeiten zu einer klinischen Depression auf. Typische Anzeichen des Winterblues sind nebst Müdigkeit und Energiemangel auch Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Reizbarkeit, Unausgeglichenheit und Konzentrationsstörungen. Aber auch Heisshunger auf Süsses und geringere Lust auf Sex sind charakteristisch für den Winterblues.

Wieso habe ich den Blues?

Schuld an der winterlichen Melancholie kann das mangelnde Licht sein. Der Schlaf-wach-Rhythmus und der Hormonhaushalt können dadurch beeinträchtigt werden. Fehlt das natürliche Licht, produziert der Körper weniger Glückshormone. Dafür kommt es bei mangelndem Licht zu einer gesteigerten Produktion des Schlafhormons Melatonin. Dass unser Körper im Winter einen Gang herunterschaltet, ist ganz natürlich. So war es für die Steinzeitmenschen überlebenswichtig, im Winter weniger Energie zu verbrauchen, da die Nahrung dann besonders knapp war. Doch heutzutage sind solche körperlichen Ruhephasen eher hinderlich als förderlich. Ein ausgeprägter Winterblues kann zuweilen sogar die Lebensqualität stark beeinträchtigen und auf das Immunsystem schlagen.

Damit du die wenigen hellen Stunden im Winter nicht mit Trübsalblasen verbringst, haben wir ein paar hilfreiche Tipps für dich:

Geh nach draussen: 

Die einfachste Medizin gegen Lichtmangel ist Licht. Halte dich viel im Freien auf – egal, ob es bewölkt ist oder regnet. Denn selbst an sonnenlosen Tagen ist das natürliche Tageslicht immer noch viel stärker als die Beleuchtung zu Hause. Ein täglicher Spaziergang, zum Beispiel in der Mittagspause, versorgt deinen Körper ordentlich mit Sonnenlicht und frischer Luft

Treib regelmässig Sport:

Ideal ist es, wenn du draussen Sport treibst. Das kann Nordic Walking, Joggen, Radfahren oder sonst eine körperliche Aktivität sein. Beim Sportmachen wird der Kreislauf angeregt und dein Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Durch die Anstrengung schüttet der Körper zudem verschiedene Glückshormone aus, was wiederum das seelische Wohlbefinden steigert. Wenn du kein Outdoor-Typ bist, kannst du dein seelisches Glück natürlich auch im Fitnessstudio oder zu Hause beim Gymnastikmachen finden.

Sei aktiv:

Der Winterblues kann uns alle treffen. Doch besonders passive und einsame Menschen haben ein erhöhtes Risiko, in Trübsinn zu verfallen. Gegen schlechte Gedanken hilft es, einen gut strukturierten Tagesablauf zu haben. Plane also deine Tage: Triff Freunde, geh deinen Hobbys nach, geh aus, sei einfach aktiv.

Iss dich gesund und glücklich:

Achte auf fettarmes und ballaststoffreiches Essen. Mit einer ausgewogenen Ernährung kannst du deinen Energiehaushalt und dein Wohlbefinden von innen positiv beeinflussen. Auch im Winter gilt: mehrmals täglich frisches Obst und Gemüse essen. Auch fettarmes Fleisch, Fisch, Getreide und Milchprodukte gehören zu einer gesunden Ernährung. Magnesium wirkt sich besonders positiv auf die Stimmung aus. Das Mineral findet sich etwa in Vollkornprodukten, Haferflocken, Bananen, Erbsen und Bohnen.

Bring Farbe in dein Leben:

Im Winter ist die Natur ziemlich farblos. Das kann einem ganz schön die Laune vermiesen. Hol dir die fehlenden Farben einfach in deine eigenen vier Wände. Du kannst dein Sofa mit bunten Kissen dekorieren, frische Blumen oder Obstkörbe auf den Tisch stellen oder auch einfach farbenfrohe Kleidung tragen. Zu den stimmungsaufhellenden, belebenden Farben gehören Gelb und Orange. Rot verleiht Energie und Grün wirkt erfrischend.

Verwöhn deine Sinne:

Duftöle wirken in den kalten Jahreszeiten anregend und ausgleichend. Ätherische Öle enthalten Moleküle, die über die Nase die Ausschüttung neurochemischer Stoffe anregen. Düfte wie Jasmin oder Zitrus unterstützen deine positiven Gefühle. Lavendel und Bergamotte regen die Serotoninproduktion an. Die Öle kannst du in Aroma- bzw. Duftlampen oder auch für ein Duftbad in dein Badewasser träufeln.

Entspann dich:

Im Winter sind wir dünnhäutiger und leichter gestresst. Gönn deinem Körper und deiner Seele deshalb eine extra Portion Streicheleinheiten, um zur Ruhe zu kommen. Verwöhn dich zum Beispiel mit einer Massage, einem Saunabesuch und/oder mit einem entspannenden Wellnessprogramm. Auch mit Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditieren kannst du Stress beseitigen und deine Gedanken ordnen.

Versuch es mit Lichttherapie:

Wenn sich der Winterblues trotz aller Wohlfühl-Vorkehrungen nicht abschütteln lässt, kannst du es mit einer Lichtbehandlung versuchen. Diese Methode hat sich bei Winterdepressionen als wirksam erwiesen. Dabei wird der Lichtmangel durch die morgendliche und abendliche Bestrahlung mit künstlichem Tageslicht behoben. Der Stoffwechsel zwischen den Botenstoffen kommt so wieder in Einklang. Erkundige dich bei deinem Arzt oder Therapeuten nach einer solchen Therapie.

Urlaub:

Holt dich der Winterblues alle Jahre wieder ein, solltest du vielleicht einfach mal vor ihm flüchten. Sowohl im Urlaub in wärmeren Gefilden als auch in den verschneiten Bergen kannst du viel Licht und Energie tanken.

Wichtig: Bei regelmässig wiederkehrendem Winterblues empfehlen wir dir zusätzlich eine Abklärung beim Arzt oder Therapeuten. Die Fachperson kann feststellen, ob es sich lediglich um ein vorübergehendes Stimmungstief handelt oder bereits um eine saisonal bedingte Depression (SDA) oder gar um eine andere Form von Depression.