Natürliche Süssungsmittel: Alternativen zum Haushaltszucker

Haushaltszucker ist ohne Frage das meistverwendete Süssungsmittel. Gesund ist er aber nicht. Wer es gerne süss mag, sollte daher auf gesündere Alternativen ausweichen. Wie gut, dass Mutter Natur uns gleich mit mehreren Zuckeralternativen beschenkt, mit denen sich der Tag versüssen lässt.

Catherina Bernaschina

Zuckeralternativen

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Wusstest du, dass in vielen Fertigprodukten und industriell hergestellten Saucen und Konserven jede Menge Zucker steckt? Was wir dadurch unbewusst an Zucker konsumieren, geht bereits weit über die WHO-Zuckerempfehlung von maximal fünf bis zehn Teelöffel Zucker bzw. 25 Gramm Zucker pro Tag hinaus. Zusammen mit dem Zucker im Kaffee, Tee, Gebäck sowie in Süssigkeiten und Süssgetränken konsumiert ein Schweizer Erwachsener mehr als 38 Kilogramm puren Zucker pro Jahr.* Eine besorgniserregende Zahl, wenn man bedenkt, wie ungesund raffinierter bzw. weisser Haushaltszucker ist: Er macht nicht nur dick, sondern kann auch zu Zahnkaries, Diabetes mellitus sowie zu Vitamin- und Mineralstoffmangel führen. Zucker beeinträchtigt zudem nachweislich die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems. Zum Glück gibt es alternativ zum Industriezucker verschiedenste natürliche Süssungsmittel, die um einiges gesünder sind. Wir stellen dir eine Auswahl vor.

Die Heilkraft der Bienen: Honig

Haushaltszucker (Saccharose) ist nichts anderes als eine Kombination aus Glucose und Fructose. Auch Honig enthält Zucker in Form von Fructose und Glucose, aber viel weniger. Dazu kommt, dass das Bienenerzeugnis eine um etwa 40% höhere Süsskraft als gewöhnlicher Zucker besitzt und reich an vielen wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitamin C und B, Kalzium, Kalium, Eisen und Magnesium ist. Der leichtverdauliche Energielieferant ist auch für seine antibakterielle und stoffwechselanregende Wirkung bekannt. Ein Löffel Honig im Tee kann bei Erkältungen wahre Wunder wirken. Achte darauf, dass der Tee schon leicht abgekühlt und nicht kochend heiss ist, sonst werden die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs zerstört. Und auch auf Pfannkuchen, in Joghurts oder in Müeslis ist Honig ein leckerer Zuckerersatz. Dennoch, da Honig relativ viele Kalorien hat, gilt auch bei diesem Lebensmittel Vorsicht vor einem erhöhten Konsum.

Kalorienarme Alternative: Agavendicksaft/Agavensirup 

Der Agavendicksaft oder Agavensirup ist ähnlich süss wie Zucker, jedoch kalorienärmer. Das geschmacklich milde Süssungsmittel stammt ursprünglich aus Mexiko und wird aus dem Saft der Agave gewonnen. Der Agavendicksaft besteht grösstenteils aus Fructose und hat im Vergleich zu anderen Süssungsmitteln den niedrigsten glykämischen Index. Die Fructose treibt den Blutzuckerspiegel viel weniger in die Höhe als Glucose und ist zudem doppelt so süss. Aufgrund der Süssintensität des Dicksafts benötigst du im Vergleich zum Haushaltszucker viel weniger davon. Agavendicksaft wird vor allem zum Süssen von Getränken verwendet. Auch für Joghurts oder Smoothies ist der Zuckerersatz sehr geeignet.

Karieskiller: Xylitol/Birkenzucker

Xylitol ist ein Zuckeraustauschstoff, der in einem aufwändigen Verfahren aus Teilen der Birke hergestellt wird, indem man Holzzucker aus deren Pflanzenfasern gewinnt. Xylitol, auch Xylit oder Birkenzucker genannt, ist etwa gleich süss und ähnlich im Geschmack wie gewöhnlicher Haushaltszucker. Er besitzt jedoch 40 Prozent weniger Kalorien, schützt vor Karies und reduziert diesen sogar, wie die Finnen vor fast einem halben Jahrhundert herausgefunden haben. Wie andere natürliche Süssungsmittel, hat auch Xylitol einen tiefen glykämischen Index. Der Birkenzucker ist jedoch aufgrund seiner aufwändigen Herstellung zehnmal teurer als Haushaltszucker und hierzulande nur in Apotheken erhältlich.

Nachhaltiger Kokosblütenzucker

Ein weiteres niedrig-glykämisches Süssungsmittel, das den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen lässt, ist Kokosblütenzucker. Hergestellt wird er aus dem Nektar der Kokospalme. Dieser wird zu Sirup eingekocht, getrocknet und dann fein gemahlen. Kokosblütenzucker gilt als nachhaltigster Süssstoff der Welt, da ihm eine besonders nachhaltige Gewinnung und Verarbeitung nachgesagt wird. Er ist reich an Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Schwefel und Kupfer. Seine Süsse ist leicht geringer als bei raffiniertem Zucker. Geschmacklich und farblich erinnert Kokosblütenzucker nicht etwa an Kokos, sondern an Karamell, wobei der Geschmack im Vergleich zu Fruchtdicksäften viel dezenter ist.

Günstige Alleskönnerin: Stevia

Stevia ist eine südamerikanische Pflanze, deren Blätter einen hohen Saccharose-Anteil aufweisen. Das Steviapulver besitzt eine intensive Süsse und eignet sich sowohl zum Backen und Kochen als auch zum Süssen von Getränken. Es hat jedoch einen leicht bitteren Lakritze-Beigeschmack, weshalb nicht jeder den Süssstoff zum Süssen seines Tees oder Kaffees mag. Die Stärken von Stevia: Es ist kalorienfrei, günstiger als Xylitol und um das Dreihundertfache süsser als Zucker.

Natürlicher Fruchtzucker

Fructose bzw. Fruchtzucker ist ein natürlicher Zucker, der in hoher Konzentration in Früchten sowie in Gemüse und vollwertigen Lebensmitteln vorkommt. Wenn du deine Speisen mit Früchten und Beeren süssen möchtest, ist das nicht nur unproblematisch, sondern auch gesund. Industriell hergestellte Nahrungsmittel hingegen werden mit einer ungesunden Form von Fructose gesüsst. Sie enthalten einen mit Fructose angereicherten Maissirup, der dick macht, und zudem Erkrankungen wieDiabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt.